Neben dem Rathaus steht die Hofkirche in Neuburg an der Donau
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Neben dem Rathaus steht die Hofkirche in Neuburg an der Donau

Oberbayerisches Wirtschaftszentrum

Neuburg-Schrobenhausen

Der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen zeichnet sich durch seine landschaftlich reizvolle Lage aus. Unter anderem gehören Ausläufer des Altmühltals sowie der Fränkischen Alb und das Donaumoos zu seinem Gebiet.

Neuburg an der Donau – am 1. Juli 1972 verlor die Stadt den Status der Kreisfreiheit. Im Rahmen der bayerischen Kommunalreform entstand der neue Landkreis Neuburg an der Donau, der ein Jahr später in Landkreis Neuburg-Schrobenhausen umbenannt wurde. Neuburg an der Donau wurde Teil dieses Landkreises und eine Große Kreisstadt. Darüber hinaus gehörte die Stadt ab diesem Zeitpunkt nicht mehr zum Regierungsbezirk Schwaben, sondern wie der gesamte neue Landkreis zum Regierungsbezirk Oberbayern. Mit Neuburg kamen weitere schwäbische Kommunen zu diesem oberbayerischen Landkreis.

Landkreis Neuburg-Schrobenhausen: Geografie und Lage

Im Norden des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen erstrecken sich das Altmühltal und die Fränkische Alb. Auch das Donaumoos liegt ebenso wie das Donau-Isar-Hügelland im Kreisgebiet. Die Nähe zu Ingolstadt entfaltet einen großen Einfluss auf die Wirtschaft in dieser Region. Der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen hat insgesamt eine Größe von knapp 740 Quadratkilometern.

Landkreis Neuburg-Schrobenhausen: Die Geschichte von der Vorzeit bis zur Antike

Bereits in der Bronze- sowie in der Hallstattzeit hielten sich verschiedene Nomadenstämme in der Region des heutigen Landkreises Neuburg-Schrobenhausen auf. Darüber hinaus lassen archäologische Funde darauf schließen, dass hier später Keltenstämme erste Siedlungen anlegten. In der Gegend um Neuburg an der Donau lebten Menschen in der Zeit zwischen 1300 bis 800 v. Chr. in Höhlensiedlungen. Später, in der Antike, unterhielten die Römer hier ein kleines Kastell.

Landkreis Neuburg-Schrobenhausen: Die Geschichte im Mittelalter

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Schrobenhausen stammt aus der Amtszeit von Atto Bischof von Freising (783 bis 811). Damals schrieb er den Namen „Scropinthusen“ in verschiedene Schenkungsbücher. In der gleichen Epoche wurde Neuburg an der Donau vorübergehend zum Sitz des Augsburger Bischofs Simpert. Anschließend entwickelte sich der Ort zu einer Pfalzgrafschaft. Seit dem 10. Jahrhundert gehörte diese den Grafen von Scheyern. In dieser Zeit erfolgte der Bau der Alten Burg in der Nähe von Neuburg, die heute noch als Ruine erhalten ist. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts gelangte die Region Neuburg in den Herrschaftsbereich der Wittelsbacher Herzöge. Sie machten die Stadt zeitweise zu ihrer Residenz. In der Mitte des 15. Jahrhunderts wurde Neuburg dem Herzogtum Bayern-Landshut zugeschlagen. In dieser Zeit erlebte Schrobenhausen eine Blüte. Diese war der wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung zu verdanken, die Schrobenhausen durch die Lage an einem wichtigen Handelsweg zwischen Augsburg und Regensburg gewann. 1505 entstand mit der Pfalzgrafschaft Pfalz-Neuburg im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation ein Vorläufer des heutigen Landkreises Neuburg-Schrobenhausen.

Landkreis Neuburg-Schrobenhausen: Die Geschichte vom Dreißigjährigen Krieg bis in die Neuzeit

Die gesamte Region wurde durch den Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) stark in Mitleidenschaft gezogen. Mehrfach wurden Orte im Gebiet des heutigen Landkreises Neuburg-Schrobenhausen von schwedischen Truppen überfallen, geplündert und niedergebrannt. So verlief beispielsweise die Frontlinie zwischen der schwedischen Armee und den kaiserlichen Truppen unter ihrem Feldherren Wallenstein zeitweise in der Gegend von Schrobenhausen.

Nach der Gründung des Königreichs Bayern 1805 erfolgte drei Jahre später die Auflösung des Fürstentums Neuburg. Es wurde in der Folge dem Oberdonaukreis zugeordnet. Später gelangte das ehemalige Fürstentum zu Oberbayern. Der heutige Verwaltungssitz des Landkreises, die Stadt Neuburg an der Donau, erlangte bereits 1809 den Status der Reichsunmittelbarkeit.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gewann die Industrie in den größeren Orten der Region zunehmend an Bedeutung. Insbesondere Unternehmen aus den Branchen Metall- und Papierverarbeitung siedelten sich hier in größerer Anzahl an.

Im Laufe der Geschichte entwickelte sich die Gegend um Schrobenhausen außerdem zu einem Zentrum des Gemüseanbaus. Bis heute wird hier vor allem Spargel intensiv kultiviert.

Landkreis Neuburg-Schrobenhausen: Die Entstehung in der heutigen Form

Die Regierung des Freistaats Bayern beschloss, in den 1970er-Jahren eine umfassende kommunale Gebietsreform durchzuführen. Sie strebte mit dieser Neuordnung der bayerischen Gemeinden eine bessere Effizienz der Verwaltung sowie eine Belebung der Wirtschaft an. In diesem Rahmen entstand der neue Landkreis Neuburg-Schrobenhausen: Mit Wirkung zum 1. Juli 1972 erfolgte dessen Gründung, zunächst unter dem Namen „Landkreis Neuburg an der Donau“. Er entstand, indem die folgenden Kommunen zusammengefasst wurden:

  • die bis dato kreisfreie Stadt Neuburg an der Donau, die zuvor zum Regierungsbezirk Schwaben gehört hatte
  • östliche Teile des bisherigen schwäbischen Landkreises Neuburg an der Donau, unter anderem die Gemeinden Bergeheim, Ehekirchen, Karlskron, Königsmoos und Weichering
  • der oberbayerische Landkreis Schrobenhausen mit allen Gemeinden außer Grimolzhausen

Knapp ein Jahr später, am 1. Mai 1973, erfolgte die Umbenennung des Landkreises. Bis heute wird er als „Landkreis Neuburg-Schrobenhausen“ bezeichnet. Um den Verlust der Kreisfreiheit zu kompensieren, erhielt die Stadt Neuburg an der Donau die folgenden Privilegien:

  • Status Große Kreisstadt
  • Kreissitz
  • Landratsamt

Ende der 70er-Jahre folgten weitere, kleinere Eingemeindungen.

Landkreis Neuburg-Schrobenhausen: Verwaltung und Einwohner

Der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen gehört zum Regierungsbezirk Oberbayern. Als Verwaltungssitz fungiert die Große Kreisstadt Neuburg an der Donau, die zwischen Augsburg und Ingolstadt liegt.

Die Kreisstadt des Landkreises hatte am 31. Dezember 2019 knapp 30.000 Einwohner. Die Bevölkerungsdichte lag zu diesem Zeitpunkt bei 366 Einwohnern je Quadratkilometer. Der Landkreis hatte rund 97.000 Einwohner und wies eine Bevölkerungsdichte von 132 Personen je Quadratkilometer auf.

In der Geschichte hatte die Region des heutigen Landkreises infolge des Verlustes der deutschen Ostgebiete nach dem Zweiten Weltkrieg einen starken Zuzug von Heimatvertriebenen zu verzeichnen. Doch auch in den letzten Jahrzehnten weist die Einwohnerstatistik eine kontinuierliche Zunahme auf.

Landkreis Neuburg-Schrobenhausen: Politik und Wirtschaft

In der Kreistagswahl am 15. März 2020 konnte die bayerische CSU die Mehrheit der Sitze erlangen: Sie sicherte sich 21 der insgesamt 60 Sitze. Dicht darauf folgten die Freien Wählern, die zehn Sitze holen konnten. Drittstärkste politische Kraft im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen sind die Grünen, die es auf acht Sitze brachten. Seit Februar 2019, als eine Nachwahl zum Landrat stattfand, hat Rechtsanwalt Peter vor der Grün dieses Amt inne.

Der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen zählt zu den wirtschaftsstärksten Regionen Bayerns: Das Bruttosozialprodukt liegt regelmäßig deutlich über dem bayerischen Durchschnitt und die Arbeitslosenquote fällt wesentlich geringer aus als im Landesvergleich. Zu den vorteilhaften Rahmenbedingungen gehören die günstige Verkehrsinfrastruktur und die Nähe zu oberbayerischen Wirtschaftszentren, insbesondere Ingolstadt, aber auch München und Augsburg. Über die Anschlussstelle Langenbruch besteht eine Anbindung an die Autobahn A 9.

Traditionell ist die Wirtschaft im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen mittelständisch geprägt. Auch zahlreiche größere Handwerksbetriebe haben sich in dieser Region niedergelassen. Die folgenden bekannten Unternehmen haben Produktionsstätten oder ihren Sitz im Landkreis:

  • Bauer AG
  • Sonax GmbH
  • MBDA

Landkreis Neuburg-Schrobenhausen: Sehenswürdigkeiten

Zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen gehört das Schloss Neuburg an der Donau. Es wurde im 16. Jahrhundert errichtet und stellt ein herausragendes Beispiel für die Renaissance-Architektur dar. In diesem Schloss befindet sich seit 2005 die Flämische Barockgalerie. Sie zeigt 120 Gemälde aus der Blütezeit dieser Malerei, darunter Werke von so bekannten Künstlern wie:

  • Peter Paul Rubens
  • Jan Brueghel der Ältere
  • Jan Wildens
  • Anthonis van Dyck

Kunstfreunde besuchen auch die Galerie im Lenbach-Museum in Schrobenhausen. Hier lassen sich Werke des bedeutenden deutschen Porträtmalers Franz von Lenbach entdecken.

In Schrobenhausen lohnt der Besuch des Deutschen Spargelmuseums. Es veranschaulicht anhand von zahlreichen Exponaten, wie diese Kulturpflanze in der Umgebung angebaut und vermarktet wird.

Das Freilichtmuseum in Karlshuld stellt ein beliebtes Ausflugsziel dar. Hier können Rosenfans viele schöne Exemplare im historischen Bauerngarten bewundern. Auch verschiedene alte Getreidesorten werden hier angebaut.

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