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SEK-Beamte und ein Krankenwagen sind am 19.08.2013 vor dem Rathaus von Ingolstadt in der Innenstadt zu sehen. Am frühen Abend wurde eine Geiselnahme im Rathaus von Ingolstadt beendet.

Noch liegt er in Ingolstädter Klinik

Geiselnehmer kommt in U-Haft

Ingolstadt - Der psychisch kranke Stalker, der im Ingolstädter Rathaus am Montag neun Stunden lang Geiseln genommen hatte, wird vorerst nicht in einer Psychiatrie untergebracht. Stattdessen kommt er in U-Haft.

Der zuständige Ermittlungsrichter besuchte den angeschossenen 24-Jährigen am Dienstagnachmittag im Krankenhaus und erließ einen Haftbefehl. Er entschied, dass der Stalker nicht in einer Psychiatrie untergebracht, sondern sobald wie möglich in eine bayerische Justizvollzugsanstalt gebracht wird.

Auf dem Rathausplatz in Ingolstadt erinnert einen Tag nach der Geiselnahme kaum noch etwas an die dramatischen Stunden. Die Polizei und die Spezialeinsatzkräfte sind abgerückt, die Sperren entfernt. Etwa neun Stunden hatte ein 24-jähriger Stalker am Montag mehrere Mitarbeiter in seiner Gewalt und bedrohte sie mit einer Pistole. Polizisten konnte den Täter schließlich überwältigen und die Geiseln unverletzt befreien.

„Wir versuchen, ein Stück weit zur Normalität überzugehen - so weit das geht“, sagt der stellvertretende Pressesprecher der Stadt, Michael Klarner. Man sei einfach nur froh über das glückliche Ende. So informiert die Stadt auf der wöchentlichen Pressekonferenz am Dienstag die lokalen Medien über Bauprojekte, die Lange Nacht der Museen und eine Umfrage zu den Radwegen. Nachfragen zur Geiselnahme werden nicht beantwortet. Der Versuch, den Alltag in der oberbayerischen Universitätsstadt wieder einkehren zu lassen, ist spürbar. Geschockt wirken zumindest die wenigen Mitarbeiter, die am Seiteneingang eine Raucherpause einlegen, nicht.

Tür vom Rathaus ist zugesperrt - wer einen Termin hat, wird abgeholt

Auch der Dritte Bürgermeister Sepp Mißlbeck (Freie Wähler), den der Geiselnehmer stundenlang in seiner Gewalt hatte, ist bereits wieder zur Arbeit gegangen. Sein Amtszimmer ist jedoch noch für die Spurenaufnahme der Polizei gesperrt. Äußern will sich Mißlbeck wie auch die anderen Angestellten am Dienstag nicht zu den dramatischen Stunden.

Die Tür des Alten Rathauses, in dem die Angestellten viele Stunden der Angst verbracht hatten, ist zugesperrt. Wer einen Termin hat, wird von einem Mitarbeiter abgeholt. Kerstin Wittmann, die reservierte Karten für eine Stadtführung abholen will, hat dafür Verständnis. „Dann komme ich halt morgen wieder“, sagt die Bürgerin. Umfangreiche Kontrollen im Rathaus - wie Leibesvisitationen und Sicherheitsschleusen wie bei Gerichten - lehnt sie ab. Es gebe halt keine hundertprozentige Sicherheit vor psychisch kranken Tätern. „Aber vielleicht hätte es schon gereicht, dem Pförtner ein Bild von dem Mann zu geben, der ja schließlich Hausverbot im Rathaus hatte.“

Geiselnahme im Rathaus von Ingolstadt

Geiselnahme im Rathaus von Ingolstadt

Der Täter hatte monatelang einer Mitarbeiterin des Rathauses nachgestellt. Zudem hatte er mehrere Angestellte bedroht und sexuell belästigt. Er war wegen Nachstellung, Beleidigung, Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Zudem sprach die Stadtverwaltung ein Hausverbot gegen ihn aus. Aufhalten ließ sich der Geiselnehmer davon jedoch nicht. Mit einer täuschend echt aussehenden Pistolen-Attrappe drang er in das Rathaus ein und versetzte die Mitarbeiter in Angst und Schrecken.

Lesen Sie dazu auch:

Geiselnahme: Neun Stunden Angst im Rathaus

dpa

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