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Innenminister Joachim Herrmann (CSU)

Innenminister will mehr Sicherheitswächter

Nürnberg - Sie sind die “zusätzlichen Augen und Ohren der Polizei“ in Parks oder Einkaufszentren. Nun will Innenminister Herrmann die Zahl der Sicherheitswächter in Bayern kräftig aufstocken.

Derzeit sind nach seinen Angaben in 59 Städten und Gemeinden insgesamt 538 Sicherheitswächter im Einsatz und unterstützen die Polizei.

Vor 15 Jahren wurde die Sicherheitswacht ins Leben gerufen. Pilotstandorte waren Nürnberg, Ingolstadt und Deggendorf. Seitdem leisten die Ehrenamtlichen als “zusätzliche Augen und Ohren der Polizei“ laut Herrmann hervorragende Arbeit für die Gesellschaft. Das Miteinander von Polizei-Profis und ehrenamtlichen Sicherheitswächtern habe das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung gestärkt.

Die Sicherheitswacht ist in öffentlichen Parks, großen Einkaufs- und Freizeitzentren, in Tiefgaragen und auch bei Fahndungsmaßnahmen aktiv. Nach einer Ausbildung durch die Polizei leisten die ehrenamtlichen Helfer im Schnitt monatlich 10 bis 15 Stunden Dienst.

Gegen eine Aufstockung der Sicherheitswacht haben sich unterdessen die Deutsche Polizeigewerkschaft und die SPD ausgesprochen. Die angekündigte Verdoppelung sei kontraproduktiv, vom eigentlichen Ziel sei man nach 15 Jahren weiter entfernt als je zuvor, kritisierte der bayerische Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft, Hermann Benker. Die für die Sicherheitswacht verwendeten Gelder wären an vielen Stellen des Polizeihaushaltes besser angelegt.

Auch nach Ansicht der SPD-Landtagsabgeordneten Helga Schmitt- Bussinger ist die Aufstockung der Sicherheitswacht “in keiner Weise geeignet, die Sicherheit in Bayern zu erhöhen“. Sie habe nur einen Sinn: Geld zu sparen. “Anstatt die Polizei, die seit Jahren über viel zu wenig Personal klagt, ordentlich auszustatten und personell deutlich zu stärken, sollen diese Aufgaben nun quasi die Einwohner des Freistaats selbst übernehmen“, betonte sie laut Mitteilung.

dpa

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