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Das Fahrgerät "Jetforce".

Innenminister will schärfere Auflagen

Wolfratshausen/Pfaffenhofen - Obwohl die tragischen Unfälle beim Volksfest Pfaffenhofen und im Märchenwald Wolfratshausen wohl selbstverschuldet waren, will das Innenministerium reagieren.

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Ganz alleine saß das elfjährige Mädchen in der Wildwasserbahn auf dem Pfaffenhofener Volksfest, als das Unglück passierte: Bei einem kurzen Stopp des baumstammähnlichen Gefährts soll das Mädchen laut Zeugenaussagen aufgestanden und beim Wiederanfahren aus zehn Metern Höhe herausgestürzt sein. Das Kind starb später an seinen schweren Verletzungen, technische Mängel gab es an der Anlage laut eines technischen Gutachtens nicht.

Geht es nach dem bayerischen Innenministerium, dürfen Elfjährige gar nicht mehr allein in derartigen Fahrgeschäften fahren. Kinder unter 14 Jahren sollen künftig nicht mehr ohne Begleitung Erwachsener damit fahren dürfen, sagte ein Ministeriumssprecher dem Hörfunksender Antenne Bayern. Außerdem solle mit Warnschildern darauf hingewiesen werden, während der Fahrt sitzen zu bleiben. Ein entsprechender Brief könnte schon in den nächsten Tagen an die Landratsämter verschickt werden, die für die Kontrolle der Volksfeste verantwortlich sind.

Warnschild missachtet

Ein Warnschild gab es im Märchenwald schon, doch trotzdem fiel ein vierjähriger Bub aus Freising am Montag gegen 17 Uhr aus dem Kinderfahrgeschäft „Ballonflug“. Zusammen mit drei weiteren, ungefähr gleichaltrigen Kindern war er ebenfalls aufgestanden und aus drei Metern Höhe herausgeschleudert worden. Die Mutter saß laut Polizei mit Geschwistern des Vierjährigen in der Gondel nebenan. „So etwas ist bei uns noch nie passiert, und der Ballonflug steht schon seit 14 Jahren“, sagt Märchenwald-Geschäftsführer Daniel Diessl.

Die Mitarbeiterin an diesem Gerät, eine 16-jährige Schülerin, die seit dem Frühjahr regelmäßig im Märchenwald arbeitet, hatte noch gesehen, dass der Bub aufgestanden ist. „Sie hat ihn ermahnt, sich hinzusetzen. Aber da ist er schon runtergefallen“, sagte Diessl. Danach habe die Mitarbeiterin sofort den Notstoppknopf gedrückt. Er selbst sei eine Minute nach dem Vorfall vor Ort gewesen. Das Kind sei auf den Kopf gefallen, aber nicht bewusstlos gewesen. Laut Polizei ist der Bub noch im Krankenhaus , kam aber mit einer Gehirnerschütterung und Prellungen offenbar glimpflich davon.

TÜV soll Gutachten erstellen

Der Tüv soll nun ein Gutachten zum „Ballonflug“ erstellen, obwohl das Gerät erst im April problemlos abgenommen wurde. „Komplexe Anlagen wie Achterbahnen werden jedes Jahr geprüft, einfachere wie ein Kinderkarussell nur bis zu alle fünf Jahre“, sagt Tüv-Sprecherin Heidi Atzler. Bei Freizeitparks sind die Betreiber, bei Volksfesten die Kommunen für die Sicherheit verantwortlich. „Auf der Wiesn etwa wird jede Schraube nachgezogen, da sind 20 unserer Gutachter wochenlang im Einsatz.“

Auch wenn ein Fahrgerät problemlos die Tüv-Zulassung bekommen hat, kann es nach einem Unfall sein, dass es neue Auflagen gibt, sagt Alker. „Hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben. Deshalb kann es immer sein, dass man etwas nachbessern muss.“ Zum Beispiel wären Bügel bei der Wildwasserrutsche eine Möglichkeit. Im Märchenwald werden die Betreiber freiwillig reagieren und die Brüstung um die Ballon-Gondeln erhöhen. „Und bis dahin dürfen Kinder unter acht Jahren möglicherweise nur noch in Begleitung von Erwachsenen fahren“, sagt Diessl.

Boris Forstner

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