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Der Altdorfer Bürgermeister bezeichnete eine Veranstaltung mit dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime Aiman Mazyek (Foto) als „Islamschweinerei“.

Forderung nach Rücktritt

„Islamschweinerei“: Formulierung des Bürgermeisters hat Folgen

Altdorf - „Islamschweinerei am Reformationstag“ - so hat der dritte Bürgermeister von Altdorf Johann Pöllot (CSU) eine Veranstaltung mit dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime Aiman Mazyek bezeichnet. Mit diesen Folgen hat Pöllot wohl nicht gerechnet.

Der dritte Bürgermeister von Altdorf Johann Pöllot (CSU) hatte eine für Montagabend geplante Veranstaltung mit dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, in der Altdorfer Stadtkirche als „Islamschweinerei am Reformationstag“ bezeichnet. 

Später hatte er sich dafür entschuldigt. Mit der Aussage sorgte der Bürgermeister für einen Eklat.

Der erste Bürgermeister distanziert sich öffentlich von seinem Stellvertreter

Nun hat sich der erste Bürgermeister der Stadt, Erich Odörfer (CSU), von der „Islamschweinerei“-Aussage seines Stellvertreters distanziert. Diese und weitere Formulierungen seien „falsch und nicht angebracht“ gewesen, schrieb Odörfer am Montag in einer im Internet veröffentlichten Erklärung. 

Demonstrationen nach islamfeindlicher Aussage

Verschiedene Gruppen haben mittlerweile für den Abend zu Demonstrationen aufgerufen. Unter dem Motto „Keine Islamschweinerei in Altdorf“ wurde eine Pegida-nahe Veranstaltung mit 20 bis 50 Teilnehmern angemeldet. 

Das Altdorfer Bündnis für Toleranz und Respekt rief zu einer Gegendemo auf und erwartete nach Polizeiangaben 600 bis 800 Teilnehmer. Damit solle ein klares Zeichen gegen Pegida und für den Dialog gesetzt werden, hieß es in einem Facebook-Aufruf.

Bürgermeister Odörfer schrieb in seiner Erklärung, als gläubiger Christ begrüße er den Dialog zwischen den Religionen: „Nachhaltig stabile und friedliche Lösungen kann es nur geben, wenn sich alle beteiligten Seiten austauschen und wiederum auch alle aufeinander zugehen.“ 

Altdorf sei bekannt für sein offenes Weltbild und keineswegs islamfeindlich. In den vergangenen Jahren habe die Gemeinde bei Nürnberg zahlreiche Flüchtlinge aufgenommen, von denen viele aus muslimischen Ländern gekommen seien. „Altdorf ist bunt und so soll es auch bleiben, dazu stehe ich auch in Zukunft“, schrieb Odörfer.

SPD forder Rücktritt des dritten Bürgermeisters

Die SPD wiederum forderte den Rücktritt von Bürgermeister Pöllot. Er verstoße mit seinen Äußerungen gegen Religionsfreiheit und demokratische Grundwerte, sagte die Altdorfer Parteivorsitzende Kerstin Pommereit „Nordbayern.de“. „Ich fordere Herrn Pöllot deswegen auf, von seinem Amt als Dritter Bürgermeister zurückzutreten und auch sein Stadtratsmandat niederzulegen.“ 

Der Fraktionsvorsitzende Martin Tabor sieht laut dem Internetportal das Ansehen der Gemeinde schwer geschädigt: „Für viele Bürger und Stadträte sind seine Aussagen unerträglich, so dass eine weitere Zusammenarbeit mit Pöllot in seiner Funktion als Dritter Bürgermeister unmöglich erscheint.“

dpa

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