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Traurig, allein, ohne Hoffnung: Wie dieser älteren Dame geht es vielen bedürftigen Senioren in ganz Oberbayern.

Spendenaktion

„Es ist, als wäre ein Stern vom Himmel gefallen“

München -Marianne Esser (Name geändert) schafft es kaum, von ihrer kleinen Rente zu leben. Und schämt sich für ihre Armut. Mit kleinen Jobs hält sie sich über Wasser. Wäre nicht die Spenden-Aktion – die 67-Jährige hätte sich aufgeben.

Leise tönt klassische Musik aus dem Radio. Marianne Esser (Name geändert) hat sich in ihrer Küche ein Kerzchen angezündet. „Die Musik und das kleine Lichterl sind mir ganz wichtig. Dann ist es Zeit, zur Ruhe zu kommen“, sagt die 67-jährige Rentnerin. Wenigstens ein bisschen Ruhe, bevor der Alltag sie wieder einholt: mit den finanziellen Sorgen – und der Angst vor der Zukunft.

Marianne Esser hat nur eine kleine Rente: 853 Euro pro Monat – und das, obwohl sie 46 Jahre lang gearbeitet hat. Dieser Betrag liegt nur knapp über dem staatlichen Grundsicherungssatz. Mit dem Mini-Salär muss sie also alles finanzieren. Oft ein aussichtsloses Unterfangen. Wäre nicht unsere Patenschaftsaktion (siehe Kasten) – Marianne Esser wüsste nicht weiter. Vor allem jetzt, nach dem Tod ihres Sohnes. „Er starb an Krebs“, erzählt sie. „Ich muss das immer noch verarbeitet.“

Als der Verein Lichtblick Seniorenhilfe sich ihrer annahm, da dachte Marianne Esser: „Es ist, als wäre ein Stern vom Himmel gefallen.“ Marianne Esser lächelt – und wischt sich schnell eine Träne aus dem Auge. Der Verein half, als sie neue Winterschuhe brauchte.

Über die Patenschaftsaktion gewährt er ihr nun einen Zuschuss von 35 Euro pro Monat. „Das mag für den Normalbürger nicht viel sein“, sagt Marianne Esser, „aber so kann ich mir jetzt endlich den Gymnastikkurs erlauben, zu dem mir mein Arzt dringend geraten hat.“ Es fällt ihr schwer über solche Dinge zu sprechen: „Mir war und ist es immer wichtig gewesen, in Würde zu leben.“ Mit 300 Euro, die ihr monatlich zum Leben bleiben, eine schwierige Sache.

In vielen Briefen hat die ehemalige Bürokraft staatliche Stellen um Unterstützung gebeten. „Irgendwann habe ich es aufgegeben“, erzählt sie. Weil sie niemandem auf der Tasche liegen will, hält sie sich mit Aushilfsjobs über Wasser – jeden Dienstag zum Beispiel bereitet die 67-Jährige in einer benachbarten Grundschule das Frühstück für die Kinder vor. Außerdem springt sie als Leihoma ein, wenn Eltern wegen anderer Termine keine Zeit haben. Marianne Esser genießt die Tage mit ihren „Leihenkeln“ sehr; derzeit betreut sie drei Kinder zwischen 17 Monaten und fünf Jahren. Sie singt und bastelt, liest etwas vor oder geht ein bisschen raus mit den Kleinen. Die Kinder sind ein Lichtblick für sie – in einem oft trostlosen Alltag.

Felix Barth

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