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Jürgen Vocke

Jäger-Präsident Vocke: Wild und Wald gehören zusammen

München - Der Streit um Verbissgutachten und den in Bayern gesetzlich vorgeschriebenen Grundsatz „Wald vor Wild“ geht in die nächste Runde.

„Der Leitsatz wurde pervertiert und falsch ausgelegt. ,Wild im Wald‘ muss die Devise aus unserer Sicht lauten“, empörte sich Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbands (BJV), gestern in einer Pressekonferenz im Presseclub München.

„Wald vor Wild“ ist seit 2005 im Waldgesetz verankert. Danach muss der Wildbestand dem Forstzustand angepasst werden. Das bedeutet, dass die Jäger die Zahl der Tiere einschränken müssen, bis sich der Wald von selbst verjüngen kann. „Dagegen haben wir nichts. Inakzeptabel ist für uns die rigorose Auslegung des Satzes mit sogar tierschutzwidrigen Interpretationen“, sagte Vocke und erklärte: „Wir Jäger sehen uns auch als Anwälte des Wildes.“ Und als solche erkenne man immer mehr, „dass die heimischen Tierarten den wirtschaftlichen Interessen der Holznutzung geopfert werden sollen“. Der Waldumbau dürfe aber nicht auf Kosten der Tiere gehen.

Untermauert wird die Forderung „Wald vor Wild“ durch das forstliche Vegetationsgutachten, auch Verbissgutachten genannt. Es ist eine Grundlage für den Abschussplan, der vorschreibt, wie viel Wild ein Jäger in seinem Revier zu erlegen hat. „Die behördlichen Zahlen steigen seit Jahren. Wir sind aber keine Liquidationskommandos, die politische oder wirtschaftliche Interessen auf dem Rücken der Tiere durchsetzen“, sagte Vocke.

Zudem kritisierte er das Papier an sich. Es sei zu wenig transparent und kaum nachvollziehbar. Der BJV-Präsident forderte einen Einblick in alle Daten, die der jeweiligen Expertise zu Grunde liegen. „Das teure Gutachten erfüllt selbst manch wissenschaftliche Grundvoraussetzung nicht“, so Vocke. Außerdem sollte die Gesamtverfassung des Waldes festgestellt werden, nicht allein die Anzahl der verbissenen Pflanzen. Wildverbiss bedeute auch nicht immer einen Schaden an sich. Wichtig sei vielmehr dessen Anteil im Verhältnis zu den Bäumen, die nachwachsen. Hier sei das Gutachten nicht differenziert genug, bemängelte Vocke.

Im Vorgriff auf den Landesjägertag am kommenden Wochenende in Erding erklärte Vocke, er rechne nicht mit einem Gegenkandidaten für sein Amt als BJV-Präsident. „Es kann jederzeit jemand vorgeschlagen werden. Bisher hat sich aber noch niemand gemeldet.“

Vroni Macht

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