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Jagdverband warnt vor „Ernteschock“ für Wildtiere

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Die Erntezeit ist für viele Wildtiere eine schwere Zeit. Gerade auch wegen der modernen Agrartechnik verlieren sie in kürzester Zeit Futter und Deckung, wie der Bayerische Jagdverband (BJV) in einer Mitteilung vom Dienstag warnt.

Feldkirchen - Für Hase, Reh, Fasan und andere Tiere komme es zu einem regelrechten „Ernteschock“. Binnen weniger Stunden stehen nur noch Stoppeln auf den Feldern, wo es vorher Äsung in Hülle und Fülle gegeben habe.

Vor allem für das Rehwild sei das ein großes Problem, da es sich für die kalte Jahreszeit möglichst viele Fettreserven anfressen muss. Hase und Fasan hätten keine Deckung mehr, die sie vor den Blicken der Räuber wie Fuchs, Marder, Habicht schützt.

Jäger und Landwirte könnten die Not dem BJV zufolge mildern: etwa durch Hecken und Feldgehölze mit zusätzlichen Kräuterstreifen in der Nähe von intensiv bewirtschafteten Feldern. Auch das Säen von Zwischenfrüchten wie Lupinen, Ackersenf oder Klee direkt nach der Ernte könne den „Ernteschock“ für Wildtiere etwas lindern - bis der Landwirt seinen Acker wieder brauche und sie unterpflüge.

Dies wird dem Bayerischen Bauernverband (BBV) zufolge jedoch bereits getan. Außerdem gebe es keine überprüfbaren Belege für einen sogenannten „Ernteschock“. Hierbei gehe es nur um einen Begriff aus der Jäger- oder Waidmannssprache: „Es geht Rehen, die in einer intensiv genutzten Agrarlandschaft leben besser, als einem Waldreh“, sagte ein Sprecher des BBV. Dafür gebe es sogar wissenschaftliche Beweise. dpa

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