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Tögings Pfarrer Eichhammer gewann bei Günther Jauchs Show 125 000 Euro – danach kam der Untreue-Verdacht.

Jauchs Pfarrer wehrt sich gegen Vorwürfe

Töging - Als 125 000-Euro-Gewinner in einer TV-Show mit Günther Jauch galt Tögings Ex-Pfarrer Rudolf Eichhammer (65) als „Millionär der Herzen“ – doch inzwischen denkt man in seiner Pfarrei eher mit Schmerzen an seine Amtszeit zurück.

 Tagelang hatte Eichhammer zu den Vorwürfen geschwiegen, er habe Spendengelder veruntreut (die tz berichtete). Das Bistum München, das ihn nach Bekanntwerden eines 40 000-Euro-Lochs in der Gemeindekasse heuer nach Grammelkam bei Landshut versetzte, riet ihm von Interviews ab. Doch nun ist es doch aus Eichhammer herausgeplatzt: „Ich fühle mich ungerecht behandelt“, sagt er. Von den Ermittlungen, die die Staatsanwaltschaft Traunstein inzwischen gegen ihn prüft, will er nichts wissen. Dem Bistum hat Eichhammer erklärt, er habe das Geld für einen in Not geratenen Verwandten in Thailand gebraucht.

Jedes Mal, wenn er in die Kasse der Pfarrei griff, hinterließ er einen Zettel mit dem entnommenen Betrag. Auf die Schliche war man dem Geistlichen gekommen, als sich eine anonyme Spenderin zu Wort meldete: Nach einer Kollekte hatte Eichhammer behauptet, es seien kaum 2000 Euro zusammengekommen – dabei hatte allein die 93-Jährige Tögingerin 2000 Euro gespendet. In diesem Fall weist Eichhammer nun jedoch jede Schuld von sich: „Das Geld wurde in der Sakristei abgegeben. Dort haben wir es nach einem Hinweis der Dame auch gefunden. Ich habe ihr gedankt.“

Auch bei einem Benefizkonzert für Behinderte sei nicht gemauschelt worden. Statt der 800 Euro, die tatsächlich eingenommen wurden, seien nur 500 Euro weitergeleitet worden, hieß es. Der Pfarrer dazu: „Es war von Anfang an klar, dass wir erst die Aufwendungen für die Künstler abziehen müssen.“ Er hält die ganzen Vorwürfe für eine Schmutzkampagne. Der silberne Corsa, den Eichhammer nach seinem Auftritt bei Günther Jauch von Opel gesponsert bekam, parkt noch vor dem Grammelkamer Pfarrhaus. Auf seinen TV-Auftritt möchte der Pfarrer aber nicht mehr angesprochen werden: „Das Kapitel ist abgeschlossen.“

Und die großzügige Spende, die er vom Gewinn für die Renovierung der Töginger Kirche St. Johann Baptist abzweigen wollte? „Ich habe etwas abgegeben! Es ist renoviert worden.“ Ob dem wirklich so ist, daran haben etliche Töginger indes erhebliche Zweifel …

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