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Unterführung überflutet: Am Mittwoch zog erneut eine Gewitterfront über Bayern und hat zum Teil, wie hier in München, Straßen unter Wasser gesetzt.

Donnerwetter: Darum kracht's ständig in Bayern

München - Das Wetter macht gerade, was es will: Donner, Blitze, extreme Regenfälle, Sturm, Hagel. Meteorologen sprechen beinahe täglich Unwetterwarnungen aus, gestern für Süd- und Ostbayern.

Der Katastrophenschutz und die Feuerwehr sind alarmiert. Der Klimawandel hinterlässt Spuren.

Gestern, Mittwoch, 10.46 Uhr, in der Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes an der Zugspitze, Deutschlands höchster Wetterstation. Manfred Kristen gibt am Telefon durch, was er gerade an seinem Schirm beobachtet. Im Allgäu braut sich etwas zusammen. Gleich ist Schichtwechsel. Kristen wird das „Donnerwetter“ heute nicht in der Wetterstation miterleben. Sein Kollege Werner Hamann schon. Er übernimmt den Posten. „Alles voller Wolken, Sichtweite 30 Meter“, beschreibt Hamann die Situation um die Wetterstation Zugspitze. Noch ist nichts zu sehen von dem Unwetter. Aber Wettervorhersagen machen die Wetterbeobachter sowieso nicht. Dafür sind die Metereologen zuständig.

Unwetter am Mittwoch: Straßen blockiert, Keller unter Wasser

Unwetter: Straßen blockiert, Keller unter Wasser

Dass ein Unwetter kommen wird, wissen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sicher. Nur wann genau, ist noch unklar. Sie schätzen, dass es in den frühen Nachmittagsstunden losgeht. Für Süd- und Ostbayern haben sie eine Unwetterwarnung ausgesprochen. Die Experten rechnen mit bis zu vier Zentimeter starken Hagelkörnern, Sturmböen der Windstärke 12, die mit Geschwindigkeiten über 100 Stundenkilometern übers Land fegen.

„Gewitter vorauszusagen ist aber sehr kompliziert“, sagt Volker Wünsche, Leiter der DWD-Niederlassung München. Es gibt zwar eine „Gewitterlinie“, die sich verfolgen lässt, die Gewitterzellen entwickeln sich jedoch ständig neu. Grund für die Unwetter ist, dass Bayern derzeit in einer „schwül-feuchten Pampe“ liegt, so erklärt es Wünsche. Von Westen her kommt kühle Luft. In Ostbayern, zwischen dem Allgäu und der Oberpfalz, treffen Warm- und Kaltfront aufeinander. Die Gewitterlinie ist das, was Wetterbeobachter Manfred Kirsten bereits am Vormittag gesehen hat.

Mit einem Blitzortungssystem, Radar, Satellitendaten und einem dichten, deutschlandweiten Netzwerk aus 182 Messstationen mit Wetterbeobachtern können die Meteorologen die Entwicklung der Gewitter und des Niederschlags verfolgen.

Mit dem daraus ermittelten „Ist-Zustand“ (siehe Grafiken) können sie - zumindest auf Landkreise bezogen - dann sehr sichere Aussagen darüber treffen, wie sich das Unwetter in den nächsten 30 bis 60 Minuten entwickeln wird, sagt Wünsche. Die Informationen werden direkt an Katastrophenschutz und Feuerwehren weitergeleitet.

14 Uhr auf der Wetterstation Zugspitze: Werner Hamann berichtet, dass der Himmel weiter wolkenverhangen ist. An guten Tagen ist die Sichtweite bei über 100 Kilometern, erzählt Hamann. Aber heute sieht es schlecht aus. Er freut sich, als er kurz den Gipfel der Zugspitze erblickt. Vom Unwetter keine Spur. Volker Wünsche vom Deutschen Wetterdienst in München ortet hingegen schon die ersten Blitze. Auf seinem Radarbild sind sie mit roten Kreuzen in den grün-gelb-farbenen Niederschlagsgebieten markiert. Bis 17 Uhr hat sich die Gewitterfront nach München vorgearbeitet und zieht in Richtung Niederbayern und Berchtesgadener Land. Begleitet werden die Gewitter laut Wünsche von Starkregen mit bis zu 30 Litern pro Quadratmeter, Sturmböen zwischen 80 und 100 km/h und Hagel. Bis 17.45 Uhr zeigen die Radarbilder 15 629 Blitze in Bayern.

Diese Unwetter werden in Zukunft zunehmen, befürchtet Wolfgang Fricke vom Metereologischen Observatorium auf dem Hohenpeißenberg (Landkreis Weilheim-Schongau): „Der Klimawandel führt zu extremen Wetterverhältnissen.“ Er rechnet vor allem mit immer extremer werdendem Starkregen. Von Starkregen spricht man, wenn 30 Liter pro Quadratmeter fallen. Durch die Temperatur-Erhöhung, die der Klima-Wandel mit sich bringt, verdunstet immer mehr Wasser, folglich regnet auch mehr Wasser ab. Was die Gewitter angeht, beobachtet er schon seit vielen Jahren eine Zunahme.

So wie es aussieht, können die Menschen ab heute erstmal aufatmen. Die Wetterlage soll sich entspannen - bis zum nächsten Donnerwetter.

Kathrin Garbe

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