Warten, warten, warten: S-Bahn-Fahrgäste am Stachus.

Jeder zehnte Zug ist unpünktlich

München – Eine gute und eine schlechte Nachricht hat die Deutsche Bahn für ihre Kunden. Die gute: Ab sofort gibt es monatlich Pünktlichkeitswerte für die Regio-Bahnen im Freistaat. Die schlechte: S-Bahn und Regio Oberbayern sahen zuletzt nicht gut aus.

Die Deutsche Bahn will mehr Transparenz bei der Pünktlichkeit vorweisen. Ab sofort werden jeden Monat die Werte einzelner Ausschreibungsnetze veröffentlicht – immer Mitte des Monats der Wert vom Vormonat. Gewertet werden monatlich 165 000 Regionalzugfahrten der Deutschen Bahn. Jeder kann die Daten im Internet unter www.bahn.de/puenktlichkeit-bayern abrufen. „Wir haben nichts zu verbergen“, beteuert der Chef von DB Regio im Freistaat, Norbert Klimt. Und in der Tat: Die Werte seit Jahresanfang, die die DB nun veröffentlicht hat, sind zum Teil nicht befriedigend. Einschränkend muss erwähnt werden, dass ein Zug nur bei mehr als fünf Minuten Verspätung auch als verspätet gewertet wird. Außerdem zählt jeder Zug gleich viel – ob er nun sechs Minuten oder gleich eine Stunde später ankommt. Hier die Daten im Einzelnen:

- Regio Oberbayern: Januar 95,3 %; Februar 89,9 %; März 95,2 %; April 89,8 %; jeder zehnte Zug ist also unpünktlich.

- S-Bahn München: Januar 95,1 %; Februar 91,2 %; März 95,1 %; April 91,2 %; die S-Bahn Nürnberg hatte in jedem Monat bessere Werte.

- Zum Vergleich der Fugger-Express München-Augsburg: Januar 95,7 %; Februar 91,8 %; März 94,9 %; April 92,5 %.

- Beim häufig kritisierten Donau-Isar-Express (München-Passau) schwanken die Werte zwischen 91,9 % und 94,8 %.

- Besonders schlecht sind die Werte im Regionalzugverkehr Franken: Januar 93,6 %; Februar 90,5 %; März 93,5 %; April 85,9 %.

Da ist noch Luft nach oben, heißt es bei der staatseigenen Bayerischen Eisenbahngesellschaft, die den Regionalzugverkehr bestellt und überwacht. Vor allem der Zugverkehr von Regio Oberbayern könne mit einem Wert von unter 90 Prozent nicht gerade glänzen, der Maßstab seien die im Januar und März erreichten 95 Prozent.

Die DB wiederum liefert als Ursache das, was fast zu erwarten war: Winter, Schnee und Kälte sowie Baustellen. Vor allem die Strecke Rosenheim-Salzburg gilt als neuralgischer Abschnitt. So entfielen dort Mitte April sowie über eine Woche lang in der ersten Maihälfte wegen Oberleitungsarbeiten die Hälfte aller Regionalzüge. Auch viele kleinere Baustellen tragen dazu bei, dass die Salzburger Strecke noch bis in den Juni hinein verspätungsanfälig sein wird, erklärt DB-Pressesprecher Franz Lindemair.

Bei der S-Bahn führte vor allem die klirrende Kälte Anfang Februar zu einem System in Schockstarre: Nach einer Kältenacht an einem Wochenende waren zahlreiche Fahrzeuge, die am Samstag und Sonntag nicht im Einsatz gewesen waren, einfach nicht betriebsbereit. Für die S-Bahn war das damals eine neue Erfahrung. Ein Pünktlichkeitswert von zuletzt nur 91,2 Prozent kann nicht befriedigen, heißt es bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft – wobei hinzu kommt, dass die Verspätungen nur an zwei Stellen nahe Hackerbrücke und Rosenheimer Platz gemessen werden – nicht jedoch an den Außenästen.

Die Verspätungen zusammen mit anderen Defiziten wie etwa mangelnde Sauberkeit der Züge dürften empfindliche Vertragsstrafen nach sich ziehen. Im vergangenen Jahr summierte sich die sogenannte Pönnale bei der S-Bahn auf 1,35 Millionen Euro.

Dirk Walter

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