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Nachwuchs ist wichtig, gerade in der Pflegebranche. Allerdings bildet längst nicht jeder Betrieb aus. Eine Ausbildungsumlage könnte daran etwas ändern.

Ob sie Azubis haben oder nicht

Ausbildungsumlage für jedes Pflegeheim?

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München - Manche Pflegeheime bilden fleißig Nachwuchs aus, andere gar nicht. Das führt nicht nur zu Verwerfungen zwischen den Betreibern, sondern auch zu schlechteren Ausbildungsbedingungen für junge Pflegekräfte. Eine Kostenumlage soll das ändern.

Im ersten Moment klingt es wie ein Detailproblem, doch die Auswirkungen sind groß. Während einige Alten-Pflegeheime im Freistaat viel Geld investieren, um neues Personal auszubilden, lassen es andere gleich ganz bleiben. Für die Ausbildungsbetriebe ist das ein Wettbewerbs-Nachteil, weil sie die Kosten im Moment auf die Bewohner umlegen. Heißt: Sie sind teurer als die nichtausbildende Konkurrenz – und zwar rund 180 Euro pro Person und Monat, wie Ulrich Leiner, pflegepolitischer Sprecher der Landtags-Grünen, ausgerechnet hat.

In der Branche führt das, gelinde gesagt, zu Verstimmungen. Denn die Betriebe, die nicht ausbilden, sind nicht nur billiger, sondern greifen nicht selten auch das fertige Fachpersonal ab. Schon deshalb rufen Bayerns Wohlfahrtsverbände seit langem nach einer gerechteren Lösung. Es scheint, als könnten sie erhört werden.

Denn die Staatsregierung prüft die Einführung einer so genannten Ausbildungsumlage, wie sie schon in Nordrhein-Westfalen existiert. Der Gedanke dahinter: Jedes Pflegeheim im Freistaat müsste eine solche Umlage zahlen. Ausbildungs-Betriebe würden ihre Ausbildungskosten auf diesem Wege zurückbekommen. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sagte gestern im Landtag, das würde „ein Stück weit mehr Gerechtigkeit“ schaffen.

Das Bayerische Roten Kreuz (BRK) fordert eine solche Umlage schon lange. „Das ist absolut sinnvoll und dringen notwendig“, sagte Geschäftsführer Leonhard Stärk unserer Zeitung. Stärk hofft nicht nur auf gleiche Voraussetzungen für alle Einrichtungsträger, sondern auch auf positive Effekte für die Ausbildung selbst. Wenn das Finanzierungsproblem erstmal vom Tisch sei, würden auch andere Betriebe wieder Pflegekräfte ausbilden, glaubt er. „Wir Verbände gehen davon aus, dass auch die Ausbildungsqualität wieder steigt.“

Auch Pflege-Kritiker Claus Fussek sieht hier einen Zusammenhang. In vielen Einrichtungen, sagt er, seien Auszubildende bloß „billige Arbeitskräfte“, die weder professionell geleitet noch begleitet würden. Eine Ausbildungsumlage bringe mehr Geld und könne darum ein Schritt sein, die Bedingungen für junge Pflegekräfte zu verbessern.

Die Grünen hatten die Umlage gestern in ihrer Aktuellen Stunde im Landtag thematisiert. Pflege-Experte Ulrich Leiner sagte, Schüler würden während ihrer Ausbildung „in manchen Einrichtungen regelrecht verheizt“. Wie andere Teile der Opposition kritisierte auch er, die Staatsregierung sei tatenlos. „Unsere Forderung besteht schon seit drei, vier Jahren. Bis jetzt hat sich nix gerührt.“

Bald könnte sich was rühren. Allerdings äußerte sich Gesundheitsministerin Huml gestern nur vorsichtig. Zunächst soll sich eine Arbeitsgruppe, in der Einrichtungsträger, Kostenträger, der Verband der Pflegeberufe und die Gewerkschaft Verdi sitzen, mit dem Thema Ausbildungsumlage befassen. Außerdem müsse man die Ergebnisse einer Studie abwarten, bei der die Zahl der Azubis in Bayern erhoben wurde – und damit auch der Fachkräftebedarf. Die Studie liegt zwar vor, Ergebnisse wollte das Gesundheitsministerium noch nicht rausrücken.

Insider glauben allerdings zu wissen, dass die Studie klar für die Einführung einer Ausbildungsumlage spricht. Und die, die es betrifft, finden klare Worte: „Es würde uns sehr verärgern“, sagt BRK-Chef Stärk, „wenn die Umlage nicht käme.“

Marcus Mäckler

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