Jetzt auch Herrmann für Sperrstunde

München – Rückendeckung für den Sperrstunden-Vorstoß: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) stellt sich hinter den Vorschlag, per Gesetz die Lokale landesweit um 2 oder 3 Uhr morgens zu schließen.

„Ich habe generelle Sympathie für eine solche landesweite Ausdehnung der Sperrstunde“, sagte Herrmann unserer Zeitung. „Für mich ist völlig klar, dass wir in Sachen Alkohol und Gewalt dringend Maßnahmen ergreifen müssen.“

Sozial-Staatssekretär Markus Sackmann hatte die Wiedereinführung vorgeschlagen und das auch mit Forderungen der Kommunen begründet. Herrmann ermuntert nun die Städte und Gemeinden, schon jetzt die Sperrzeiten per eigener Verordnung auszudehnen. Bisher haben das nach Angaben des Innenministeriums bereits 45 Kommunen im Freistaat getan. Das Thema ist allerdings auch in der CSU umstritten.

Die Junge Union fordert die Staatsregierung auf, die Finger von der Sperrstunde zu lassen. Die Alkoholdelikte damit zu senken, werde nicht funktionieren, sagt Oberbayerns JU-Chef Christian Hümmer. „Die Gründe für alkoholbedingte Probleme und Verbrechen sind andere als feiernde Jugendliche und Erwachsene.“ Hümmer erinnert an die Endlos-Debatte ums Rauchverbot: „Wir sollten keine Verbotspartei sein.“ Auch Kommunalpolitiker aus Uni-Städten fordern die Parteispitze auf, die Sperrstunde nicht wieder einzuführen.

Das sei „ein gravierender Einschnitt“, warnt etwa der Chef der Freisinger Stadtratsfraktion, Tobias Eschenbacher. „Man kann nicht wegen ein paar unverbesserlichen Ruhestörern eine ganze Generation junger Menschen bestrafen.“ Ein Verbot löse Probleme beim Umgang mit Alkohol nicht. Auch der Koalitionspartner FDP ist in dieser Frage skeptisch.

cd

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