Das gemeine Influenza-Virus

Aufgepasst! Jetzt beginnt die Grippe-Saison

München - Die Zeit der Taschentücher, der Nieser und der Hustenanfälle hat begonnen. Der milde Winter hat den Start der Grippesaison in Bayern zwar etwas verzögert – aber ersparen kann er sie uns nicht. Allein diese Woche sind mehr als 120 Menschen erkrankt.

Es ist ein hundsgemeines Virus. Es kostet Kraft, Taschentücher und Nerven. Und das Hinterhältigste: Es verändert sich von Jahr zu Jahr. „Die Grippe-Impfung aus dem Vorjahr bringt diesen Winter gar nichts mehr“, sagt Claudia Schuller, Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Lebenmittelsicherheit. Dort melden die Gesundheitsämter wöchentlich die Infektionszahlen – allein diese Woche wurden knapp 120 Grippe-Erkrankungen gezählt. Das sind mehr als doppelt soviel wie in der Vorwoche. Dazu kommen noch etliche Kranke, die nicht zum Arzt gegangen sind. Die Grippesaison in Bayern hat begonnen.

In den Vorjahren hatte sie Anfang Februar den Höhepunkt längst erreicht oder sogar überschritten. Seit Anfang Januar sind im Freistaat 235 Neuinfektionen gemeldet worden – 2012 waren es zur gleichen Zeit bereits 2156. „Wir haben heuer ein eher spätes Jahr“, sagt Schuller. Das liegt an dem milden Winter. „Kälte macht uns anfälliger, sie setzt uns oft so zu, dass wir geschwächter und damit anfälliger für die Erreger sind.“ Dazu kommen noch einige andere Faktoren, die es dem tückischen Erreger zu dieser Jahreszeit besonders leicht machen, sich zu verbreiten. „Im Winter nutzen viel mehr Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel – das erhöht die Ansteckungsgefahr“, erklärt Schuller. Außerdem trocknet die Heizungsluft die Schleimhäute aus. Je feuchter sie sind, desto geringer ist die Ansteckungsgefahr.

Das LGL rät deshalb, regelmäßig zu lüften und sich trotz Kälte oft im Freien aufzuhalten. „Damit sich der Körper an den Winter gewöhnt“, sagt Schuller. Das Wichtigste: Regelmäßig und gründlich Händewaschen, warm anziehen und sich nicht anniesen lassen. „Es ist zwar schon relativ spät für eine Impfung, aber es lohnt sich wahrscheinlich noch“, rät Schuller außerdem. Es dauert zehn bis 14 Tage, bis der Impfschutz aufgebaut ist. Die Grippe-Saison hält für gewöhnlich bis Ende März an – dieses Jahr könnte sie dann erst ihren Höhepunkt erreicht haben. „Eine Impfung ist einfach die beste Vorbeugemaßnahme“, sagt eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts in Berlin. Vor allem für Menschen über 60 Jahre, für Personen mit chronischen Grund- oder Vorerkrankungen, für Schwangere, medizinisches Personal oder Chemo-Patienten.

Die Grippe ist im Gegensatz zu grippalen Infekten keine harmlose Erkrankung, betont LGL-Sprecherin Schuller. Sie erwischt einen meist nicht schleichend, sondern ganz plötzlich. „Man fühlt sich von einem Moment zum anderen hundeelend. Außerdem ist hohes Fieber ein deutliches Anzeichen, dass es sich um Influenzaviren handelt.“ Die Grippe wird noch immer unterschätzt, betont Schuller. „Für Menschen mit Grunderkrankungen kann sie lebensbedrohlich sein.“ Bei der Pandemie im Jahr 2009, der sogenannten Schweinegrippe, sind mehr als 250 laborbestätigte Todesfälle mit Influenza an das Robert-Koch-Institut übermittelt worden. Deshalb rät das LGL allen Grippekranken, im Bett zu bleiben und sich richtig auszukurieren – damit die Grippesaison in Bayern so schnell wie möglich überstanden ist.

Von Katrin Woitsch

Rubriklistenbild: © dpa

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