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Wer jetzt Primeln pflanzt, der sol lte immer ein wärmendes Vlies zur Hand haben. In den Nächten kann es immer noch empfindlich kalt werden.

Gartensaison startet

Hobbygärtner in Frühlingslaune: Jetzt geht es ans Pflanzen und Säen

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München - War’s das mit dem Winter? Am Wochenende hat der Frühling in Bayern bereits kräftig an der Tür geklopft. Für Hobbygärtner beginnt jetzt die Arbeit.

Die ersten Farbtupfer finden sich schon im Garten. Schneeglöckchen hängen ihre Blüten bereits in den mitunter noch recht kalten Wind. Und auch die Krokusse sprießen schon – ein Zeichen dafür, dass dem Winter allmählich die Puste ausgeht. Schade für leidenschaftliche Loipen- und Pistenfreunde, eine Erlösung für alle Sonnenanbeter und Frostbeulen.

Für Gartenbesitzer bedeuten die steigenden Temperaturen jede Menge Arbeit. „Jetzt ist die Zeit für die Gartenschere“, sagt Erwin Pommer vom Verband der Kreisfachberater für Gartenbau. „Vor allem die Rosen benötigen jetzt einen qualifizierten Rückschnitt.“ Alle abgestorbenen Teile müssen weg, dazu eventuell noch vorhandene alte Blätter – sonst drohen Krankheiten, mahnt der Experte. Mit braunen Trieben und schwarzen Stummeln haben in diesem Jahr aber nicht nur die Rosen zu kämpfen. „Das liegt an dem teils sehr kalten Winter“, sagt Pommer. „Auch beim Kirschlorbeer etwa gibt es heuer viele Frostschäden.“ Hier hilft nur der Griff zur Gartenschere.

Viele Hobbygärtner decken sich bereits mit Frühlingsblühern wie Gänseblümchen, Hornveilchen oder Primeln ein. „Grundsätzlich spricht da nichts dagegen“, sagt Pommer. „Es empfiehlt sich aber immer, ein Gartenvlies griffbereit zu haben, falls es nachts noch mal abkühlt.“ Abgedeckt mit dem Vlies reduziert sich die Temperatur bei den Pflanzen um vier bis fünf Grad – so können sie auch einen leichten Frost verkraften.

Warnung vor Knie- und Rückenschmerzen 

Aber nicht nur für die Pflanzen kann es im Garten unbequem werden, auch dem Gärtner drohen Schmerzen – wenn er sich falsch bewegt. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der Deutschen Krankenversicherung, warnt vor Knie- und Rückenschmerzen durch falsches Unkrautjäten. Gerade wenn man bei der Gartenarbeit schwitzt und gleichzeitig im kühlen Frühlingswind steht, erhöht sich die Gefahr eines Hexenschusses. Reuter rät deshalb zur Gartenarbeit im Zwiebelprinzip: „Lieber eine Schicht nach der anderen ausziehen, um nicht verschwitzt im Beet zu sitzen.“ Arbeiten in der Hocke mit geradem Rücken seien ebenfalls wichtig, um schmerzhafte Verspannungen zu vermeiden.

Es sind Tipps, die die bayerischen Landwirte ebenso beherzigen können, die gerade den Boden für die nächste Aussaat vorbereiten. Das bereits im vergangenen Herbst ausgesäte Wintergetreide hat den strengen Winter gut überstanden. „Bislang erwarten wir keine größeren Schäden“, sagt Anton Huber vom Bayerischen Bauernverband (BBV). Ein wenig Regen würde den Pflanzen allerdings nicht schaden. „In fast allen Regionen ist es zu trocken.“

Hopfenbauer warten auf mildes Wetter

Viele Bauern beginnen jetzt mit der Aussaat von Sommergerste. Und auch die Hopfenbauer warten schon auf mildes Wetter, damit die alten Triebe der Hopfenstöcke maschinell zurückgeschnitten werden können. Die bayerischen Spargelbauern blicken mit Spannung auf die nächsten Wochen. Denn der Spargel braucht nun wärmere Temperaturen. Vielerorts haben die Spargelbauern ihre Felder bereits mit Schutzabdeckungen isoliert. Trotz Trockenheit stünden die Pflanzen schon gut da. „Weil es im letzten Sommer sehr feucht war, konnten die Pflanzen viele Nährstoffe in ihr Wurzelwerk einspeichern“, erklärt Theo Däxl, Gemüsereferent beim BBV. Anfang April wird die Spargelsaison in Bayern offiziell eröffnet.

Bis dahin werden in den bayerischen Gärten noch einige Farbtupfer mehr zu sehen sein. Während es heute noch kräftig regnen soll, zeigt sich laut Deutschem Wetterdienst am Freitag und am Samstag wieder häufiger die Sonne. Gartenwetter.

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