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Von der Fahrerkabine bis zur Laderampe misst so ein Lang-Lkw 25,25 Meter. Damit ist er 6,50 Meter länger als ein regulärer Laster. Für Speditionen ist das von Vorteil, Kritiker bleiben aber skeptisch. 

Flächendeckende Zulassung 

Jetzt kommen die Lang-Laster

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Berlin/München – Der Feldversuch ist noch nicht ganz vorbei, trotzdem hat Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) schon mal verkündet: Lang-Lkw sind praxistauglich. Ab 2017 will er die XXL-Brummis auf geeigneten Strecken zulassen – viele sind in Bayern.

Fünf Jahre lang wurden sie getestet, nun soll alles ganz schnell gehen: Schon in wenigen Wochen werden Lang-Lkw ganz regulär auf deutschen Straßen unterwegs sein. Wie das Bundesverkehrsministerium unserer Zeitung bestätigte, ist die nötige Verordnung für den Regelbetrieb in Arbeit. Sie soll am 1. Januar in Kraft treten.

Die Brummis, die manchmal auch etwas unscharf als Gigaliner bezeichnet werden, sind mit 25,25 Meter genau 6,50 Meter länger als reguläre Laster. Für Speditionen bringt das enorme Vorteile mit sich, schon weil sperrige Güter leichter transportiert werden können. Laut Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat der Feldversuch nun auch die Straßentauglichkeit der XXL-Laster bestätigt.

Dafür sprechen jedenfalls die Daten der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), die unserer Zeitung vorliegen. Danach ersetzen zwei Lang-Lkw drei herkömmliche Laster. Dadurch sinkt auch der Spritverbrauch um durchschnittlich 15 bis 25 Prozent. Die Befürchtung von Kritikern, Transporte könnten sich von der Schiene auf die Straße verlagern, bestätigten sich offenbar nicht. Auch eine höhere Belastung für die Infrastruktur war laut BASt nicht festzustellen. Schließlich sind die Lkw zwar länger, aber mit 40 bis 44 Tonnen nicht schwerer als die regulären Laster.

Derzeit sind deutschlandweit rund 11 600 Straßenkilometer zu Testzwecken freigegeben, 3500 Kilometer davon in Bayern. Die überlangen Laster dürfen unter anderem auf einzelnen Abschnitten der A 8, der A 9 und der A 952 von Starnberg bis Percha fahren. Auch viele Bundesstraßen gehören zum so genannten Positivnetz.

Die Kritik an den Lang-Lkw ist seit jeher groß. Laut einer viel zitierten Studie würde die Zulassung der Riesen-Laster zu 7000 zusätzlichen Lkw-Fahrten pro Tag führen. Davon ist Martin Roggemann von der „Allianz pro Schiene“, die die Studie einst in Auftrag gegeben hat, noch immer überzeugt. „Der Transport auf der Straße wird durch die Lang-Lkw um 30 Prozent billiger“, sagt er. „Das heißt unterm Strich: mehr Lkw.“

In vielen anderen Ländern Europas sind die Lang-Lkw längst zugelassen, etwa in Schweden, den Niederlanden oder Dänemark. Allerdings dürfen sie hier bis zu 60 Tonnen schwer sein, in Finnland sind es sogar 76 Tonnen. Roggemann befürchtet, dass die Begrenzung auf maximal 44 Tonnen langfristig auch in Deutschland fallen wird. Der Nürnberger SPD-Verkehrsexperte Martin Burkert sagte auf Anfrage, schon jetzt gebe es die Forderung aus der Chemie-Industrie, die Gewichtsgrenze zu lockern.

Das Verkehrsministerium betont dagegen, es bleibe definitiv bei den 44 Tonnen. Minister Dobrindt sprach sich zwar für einen grenzüberschreitenden Verkehr von Lang-Lkw aus. Befürchtungen, dadurch würden schließlich doch 60-Tonnern – etwa aus Dänemark – die Türen geöffnet, wies er aber zurück. Es brauche zwar bilaterale Abkommen, erklärte er. Aber Maßstab seien die in Deutschland geltenden Regeln.

Eigentlich läuft der Versuch noch bis Ende dieses Jahres. Insgesamt nehmen 60 Unternehmen mit 159 Lang-Lkw teil. Bis auf Berlin und das Saarland sind alle Bundesländer bei dem Test dabei, zuletzt erklärte auch Rheinland-Pfalz seine Teilnahme. Um die Lang-Lkw langfristig zuzulassen, muss das Ministerium nur die bestehende Verordnung ändern. Martin Burkert, der die SPD-Fraktion im Bundestag führt, hält es aber für möglich, dass sich das Parlament eben jene Verordnung noch mal genau anschauen wird. „Ich schätze, die Opposition wird nächste Woche ordentlich Rabatz machen.“

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