Jetzt kommt die russische Kältepeitsche

München - Ist Ihnen kalt? Dann ziehen sie sich warm an, es wird noch eisiger. Hoch „Cooper“ schaufelt Eiseskälte nach Europa. Was uns bevorsteht - und die passenden Winterimpressionen unserer Leser - finden Sie hier!

Es gibt in den kommenden Tagen gemütlichere Fleckerl als draußen vor der Tür: den Gefrierschrank zum Beispiel. Wochenlang wurde der Winter als Fast-Frühling verspottet, der Januar war im Schnitt viel zu warm – jetzt schlägt der Winter zurück. Mit eisiger Luft aus Sibirien kühlt „Cooper“ Europa herunter – auch Bayern wird nicht verschont.

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-„Es wird bei uns richtig, richtig kalt, und das mindestens eine Woche lang“, sagt Volker Wünsche, Chef des Wetterdienstes in München. Noch schützt uns eine dicke Wolkendecke vor der kalten Luft aus Sibirien – doch spätestens ab Mittwoch klart es auf. Faustregel: Je mehr Himmel zu sehen ist, desto eisiger. Wünsche rechnet nachts mit bis zu minus 20 Grad, tagsüber wärmt es sich maximal bis minus 10 Grad auf. Doch weil ein scharfer Wind bläst, wird uns das vorkommen wie minus 20 Grad. Ab und zu kann es leicht schneien – der Schnee kühlt die Luft zusätzlich herunter.

-Ein Kurztrip ins südlichere Europa nützt nicht viel: Ausläufer der Kältewelle haben auch auf Spanien übergegriffen. Auf der Ferieninsel Mallorca schneite es im Bergland zum ersten Mal in diesem Jahr. Auch auf dem Festland hat es Minusgrade. Wer trotzdem verreist: Der Flughafen München rechnet kältebedingt mit keinen Einschränkungen.

Winterimpressionen: Die schönsten Bilder unserer Leser

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-Aber Winterzauber daheim kann ja auch ganz schön sein: Noch ist Schlittschuhlaufen auf keinem der oberbayerischen Seen sicher – doch das könnte sich bald ändern. Im Fünf-Seen-Land zum Beispiel frieren Pilsensee, Weßlinger See und Wörthsee immer relativ zeitig zu. Thomas Bernhard vom Restaurant „Raabe am See“ am Wörthsee (Steinebach) organisiert jedes Jahr Eisstockschießen – seiner Erfahrung nach reicht eine Woche Kälte und das Eis trägt. Er rechnet am Wochenende mit einem Start in die Saison. Grundsätzlich gilt: Bitte nichts riskieren!

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-Wer glaubt, die Eiskälte beschert Gärtnern ein schädlingsfreies Jahr, wird enttäuscht. Gottfried Röll von der Bayerischen Gartenakademie sagt: Viele Insekten, nützliche wie schädliche, überwintern im kälteresistenten Ei. Schlechter als Frost ist wechselhaftes Wetter. Bei Wärme brüten die Eier. Kommt später nochmal Frost, ist das Jungtier in Gefahr. Gehölze halten die Kälte auch gut aus. Problematisch sind nur Temperaturunterschiede im Stamm. Röll rät: die Sonnenseite durch Vlies oder Kalk abschirmen. Sonst entstehen Risse im Holz.

-Nicht nur für uns ist die Kälte Ausnahmezustand: In Russland ist der Gasverbrauch erstmals überhaupt auf zwei Milliarden Kubikmeter pro Tag gestiegen. Das ist so viel wie der Jahresverbrauch von Bulgarien.

- Schülern in Sibirien bescherten minus 45 Grad am Montag einen freien Tag. Am kältesten bewohnten Punkt der Erde, im russischen Ort Oimjakon, waren die Menschen aber noch gelassen. Dort hat es nachts minus 54 Grad.

- Seit dem Wochenende sind in Polen mindestens zehn Menschen erfroren. In Lettland starben drei Menschen, in Estland einer.

-Der Frost ließ in Tschechien auf zwei Eisenbahnstrecken die Schienen brechen.

-Nach knapp einer Woche Dauerfrost gefrieren die ersten Boddengewässer an der deutschen Ostseeküste. Die Schifffahrtsverwaltung bereitet sich auf das Zufrieren der Wasserwege vor, Eisbrecher stehen bereit.

-Der Name „Cooper“ für das eisige Hoch geht auf eine Münchner Werbeagentur zurück, die eine Kampagne für den Autohersteller „Mini Deutschland“ betreut. Kostenpunkt: 299 Euro. Ein Tief wäre schon für 199 Euro zu haben gewesen. Der Erlös geht an Wetterforscher der Uni in Berlin. Ein Meteorologe hat übrigens noch einen passenden Namenszusatz für die Wetterlage erfunden: „Cooper, die russische Kältepeitsche“.

cal/dpa/dapd

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