Der bayerische Staatsminister Joachim Herrmann (links) und sein Sohn Jakob Herrmann (rechts).
+
Der bayerische Staatsminister Joachim Herrmann (links) und sein Sohn Jakob Herrmann (rechts) in seinem neuesten Rap-Video.

„Jaggy Jackpot“ sorgte 2011 für Skandal

„Solche Nasen gehen mir echt auf‘n ****“: Herrmann-Sohn zeigt Rap-Video - inklusive Seitenhieb auf den Minister

  • Katharina Haase
    vonKatharina Haase
    schließen

Jakob Herrmann, Sohn des bayerischen Staatsministers Joachim Herrmann (CSU), ist auch als Rapper „Jaggy Jackpot“ bekannt. In seinem neuen Song geht es um Drogen, Bayern und die AfD.

  • Jakob Herrmann alias „Jaggy Jackpot“ ist der jüngste Sohn von Staatsminister Joachim Herrmann (CSU).
  • Bereits 2011 sorgte der Politiker-Spross mit einem Song für einen Skandal.
  • Jetzt ist er zurück - und zeigt dass er mehr drauf hat, als ein paar lustige Zeilen über Gras.

München - Joachim Herrmann (CSU) ist bayerischer Politiker mit Leib und Seele. Als Staatsminister des Innern und der Integration werden ihm wichtige Aufgaben zuteil, die der 64-Jährige, der bereits seit 1994 im bayerischen Landtag sitzt, stets besonnen meistert. Da passt es eigentlich so gar nicht ins Bild, dass sich der jüngste Sohn des Ministers, Jakob Herrmann, im Internet als Rapper präsentiert.

„Jaggy Jackpots“ neue Single: Sohn von Joachim Herrmann (CSU) inszeniert neues Rap-Video

Unter dem Künstlernamen „Jaggy Jackpot“ hat der 28-Jährige bereits schon früher auf sich aufmerksam gemacht. Im Jahr 2011 rappte er unter anderem über Sex und Drogen und provozierte so einen kleinen Skandal. Jetzt ist „Jaggy Jackpot“ zurück. In seiner neuen Single „Bavarian Diego“ rechnet er mit Rechtspopulismus und der AfD ab und plädiert für Weltoffenheit. Gleichzeitig lässt er es sich nicht nehmen, seine Heimat Bayern durch den Kakao zu ziehen - Seitenhieb auf seinen Politiker-Vater inklusive.

Wie Jaggy Jackpot auf seinem YouTube-Kanal verlauten lässt, solle seine neue Single vor allem eins zeigen - „dass Gewalt, Diskriminierung und jegliche Form von peinlicher Spießigkeit in seiner Welt nichts verloren haben“. Jaggy Jackpot kann nämlich mehr, als lässig die Arme zu schwingen und über Marihuana zu sinnieren - auch wenn er beides in seiner neuen Single häufiger tut.

Drogen, Bayern, AfD: „Jaggy Jackpot“ setzt klare Statements in neuem Song - auch Joachim Herrmann wird erwähnt

Da heißt es zum Beispiel in einer Strophe: „Viele Jobs, viele Cops, das ist Bayern, Diggah./ Das heißt, ich halt das Ott an meinen Eiern, Diggah.“ Ott, ein Slang-Begriff für Marihuana. Und auch auf seinem T-Shirt lässt der 28-Jährige seine Vorliebe für die berauschende Pflanzenart deutlich werden. Die Nummer 420 die darauf prangt - ein Kiffer-Code.

Doch Jaggy Jackpot zeigt in diesem Song auch seine Verbundenheit zum Freistaat. So habe er in all den Jahren niemals vergessen, wer er sei, rappt er, und zitiert die Postleitzahl von Erlangen - seiner Heimatstadt. Auch seinen berühmten Vater lässt Jaggy in dem Song nicht aus: „Hebe gern die Stimme / diese Art hab‘ ich wohl von meinem Papa“, heißt es in einer Strophe. Ob das nun die Art und Weise ist, wie sein Politiker-Vater gerne in dem Lied Erwähnung gefunden hätte, ist fraglich.

Sohn von Joachim Herrmann denkt bei Björn Höcke an Joseph Goebbels

Erst später im Song wird Jaggy Jackpot schließlich politisch - und an dieser Stelle kann Papa Joachim dann wohl endlich aufatmen. Denn Jaggy Jackpot setzt ein klares Zeichen gegen Rassismus und Rechtspopulismus. „Check mal, wie sie plötzlich Phrasen aus den Köpfen Toter löffeln/ Hör Björn Höcke, schließ‘ die Augen und seh‘ Joseph Göbbels. / Solche Nasen gehen mir echt auf‘n Sack. / Von euch hat keiner diese Welt ein bisschen besser gemacht./ Verbreitet weiter Hetze und Hass und stresst mich so krass./ Doch ich schätz‘, für solche Fälle ist das Rappen gemacht,“ rappt der Minister-Sohn. Auch Joachim Herrmann hatte in der Vergangenheit immer wieder seine Ablehnung gegen die AfD deutlich gemacht und sich von den teils hetzerischen Parolen der Partei abgegrenzt.

CSU: Sohn von Joachim Herrmann als „Jaggy Jackpot“ in der Rap-Szene: Wird er doch noch zum Politiker?

Was Joachim Herrmann zu dem neusten Song seine jüngsten Sprösslings sagt, wird aber wohl ein Familiengeheimnis bleiben. Bereits 2011 hatte es kein Statement des Ministers zu den künstlerischen Tätigkeiten seines Sohnes gegeben. Immerhin macht Jaggy Jackpot mit dem neuen Song, an dessen Ende er demonstrativ eine Regenbogenflagge durchs Bild schwenkt, deutlich, dass er mit dem Rap vor allem seine politische Meinung zum Ausdruck bringen möchte. Wer weiß also, ob der Sohnemann nicht vielleicht eines Tages doch in die Fußstapfen seines berühmten Vaters treten möchte. Das Erheben der Stimme hat er, wie er singt, ja bereits gut drauf.

Kommentare