Räumung am Hauptbahnhof - das war der Grund

Räumung am Hauptbahnhof - das war der Grund
Fünf Mädchen missbrauchte Roland S: in dem Zeltlager, an dem rund 30 Kinder aus einem Ingolstädter Sportverein teilnahmen. Der 49-Jährige ist Jugendtrainer und Grundschullehrer.

Jugendleiter vergeht sich an fünf Mädchen

Ingolstadt - In den Ferien ins Zeltlager – davon träumen alle Kinder. Auch der Nachwuchs eines Ingolstädter Sportvereins. Doch der Traum endete für fünf Mädchen im Alter zwischen acht und elf Jahren mit einem Alptraum.

Sie wurden von ihrem Betreuer, dem 49-jährigen Roland S. aus dem Kreis Pfaffenhofen, eiskalt missbraucht. Am vergangenen Montag ging’s los, nicht weit weg. Zu einem wunderbaren Plätzchen im Kreis Neuburg-Schrobenhausen – ins Indianer-Lager. Auf dem Programm standen für die rund 30 Kinder Indianerprüfungen, Baden, eine Olympiade, spannende Abende am Lagerfeuer, Herzblattspiele und – wie es in einem Erfahrungsbericht heißt – eine „ungewöhnliche Hochzeitsnacht“.

Alles unter der Federführung von Roland S. Der 49-Jährige genießt das Vertrauen der Kinder. Er hat die ganze Abteilung aufgebaut, ist Vizepräsident im Verein und Grundschullehrer. Und er hat selbst Kinder. Als sympathischen Knuddelbär beschreiben ihn Vereinsfreunde. Einer, der so aussieht, als ob er keiner Fliege etwas zu Leide tun könne. Doch der Schein trügt. Die inszenierten Spiele nutzt Roland S. aus, um den Mädchen sehr weh zu tun. Er vergeht sich an ihnen. Wie, dazu möchte die Polizei, um die Opfer zu schützen, lieber nichts sagen. Vielleicht hat Roland S. gedacht, die Mädchen werden schon schweigen.

Vielleicht hat er sie auch eingeschüchtert. Oder er hat darauf spekuliert, dass man alle ihre Erzählungen als phantasievolle Märchen abtun würde. Aber als die Gruppe am Wochenende nach Hause kommt, berichtet eine Achtjährige ihren Eltern, was sie im Zeltlager mit Roland S. erlebt hat. Der Vater zögert keine Sekunde. Noch am Sonntag sucht er die Polizei in Ingolstadt auf und erstattet Anzeige. Die Ermittlungen der Kripo bringen schnell weitere Missbrauchsfälle an den Tag. An fünf Mädchen hat sich Roland S. vergangen. Am Montag wird er festgenommen.

Grausame Verbrechen an Kindern

Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern

Der Lehrer ist zuhause in seiner Wohnung in einer 5000-Seelen-Gemeinde im Kreis Pfaffenhofen , als die Handschellen klicken. In einer ersten Vernehmung räumt Roland S. , der an einer Ingolstädter Schule unterrichtet, sexuelle Übergriffe ein. Am Dienstag Nachmittag wird er dem Haftrichter vorgeführt. In Polizeikreisen fürchtet man, dass es möglicherweise noch weitere Missbrauchsfälle gibt – einschlägig vorbestraft ist Roland S. aber nicht. Die Vereinsführung wurde am Dienstag Vormittag über die schweren Vorwürfe gegen Roland S. informiert.

Vizepräsidentin Gerda G. , ist völlig fassungslos, bricht am Telefon sogar in Tränen aus.„Roland S. ist ein Supermensch …“, erzählt sie, „er war seit vier Jahren Präsidiumsmitglied. Immer hilfsbereit. Seine Tochter ist auch bei uns im Verein , in meiner Abteilung. Ich kann mir das alles nicht erklären. Mir fehlen einfach die Worte.“ Dass ein Kinderschänder mit 49 Jahren erstmals zuschlägt, ist ungewöhnlich. Ein Polizeisprecher meint dazu: „Möglicherweise war Roland S. eine tickende Zeitbombe, die nur auf eine passende Gelegenheit gewartet hat …“

WdP

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