Achtjährige zwei Tage verschwunden

Nach Julias Odyssee im Wald: Experten geben Überlebenstipps für Kinder

  • Katarina Amtmann
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Zwei Tage (8) wurde Julia im Wald vermisst. Experten geben Eltern nun Tipps, wie sie ihre Kinder auf eine solche Situation am besten vorbereiten.

München - Die achtjährige Julia wurde in einem Wald an der bayerisch-tschechischen Grenze vermisst. Rund 1400 Einsatzkräfte waren auf der Suche nach ihr. Am Dienstag kam dann die erlösende Nachricht: Julia lebt! Ein Förster hatte das Mädchen gefunden. Bereits am Mittwoch konnte sie das Krankenhaus wieder verlassen. Der Polizei zufolge fürchtete sich das Mädchen nachts im Wald, die ganze Zeit habe sie nichts gegessen oder getrunken.

Julia (8) irrte allein durch Wald - So können Eltern ihre Kinder vorbereiten

Das eigene Kind im Wald zu verlieren ist für Eltern eine schlimme Vorstellung. Bei Julia ging es gut aus. Eltern können ihre Kinder auf solche Situationen auch vorbereiten. So sollte jedes Kind beim Wandern einen kleinen Rucksack dabeihaben, zitiert der Bayerische Rundfunk (BR) Stefan Winter vom Deutschen Alpenverein (DAV). Denn so kann sich das Kind, sollte es sich verlaufen, bei Nässe und Kälte auf den Rucksack setzen.

Zu sehen ist die Stelle im Wald, an der die vermisste Julia gefunden wurde.

Im Wald verirrt - Experte gibt Tipps: Rucksack mit Getränk und Trillerpfeife einpacken

Winter rät außerdem, neben warmer Zusatzkleidung auch eine Rettungsdecke aus Aluminium einzupacken. Diese würde kaum etwas wiegen, das Kind aber in Notfallsituationen wärmen. Außerdem sollten Eltern ein Getränk in den Rucksack packen. Julia hat ihren eigenen Angaben zufolge nichts gegessen oder getrunken. Wie der BR weiter berichtet, kann laut des DAV-Experten auch eine Trillerpfeife hilfreich sein. So könne das Kind auch auf eine gewisse Distanz auf sich aufmerksam machen.

Diesen Tipp gibt auch Vanessa Blank. Sie zeigt auf ihrem Youtube-Kanal „Bushcraft & Abenteuer“, wie man sich am besten in der Wildnis verhält. Laut BR empfiehlt sie auch eine Taschenlampe, denn damit könne man nicht nur den Weg ableuchten, sondern auch Einsatzkräfte auf sich aufmerksam machen.

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Julia irrt durch Wald - Trackingapps können bei Suche helfen - Experte mit Rat

Hat das Kind schon ein Handy, könne man es mithilfe von Tracking-Apps orten. Aber: Besonders in Bergen und Wäldern hat man möglicherweise nicht ständig Empfang. Sollte es Eltern nicht möglich sein, ihr Kind schnell wiederzufinden, sollte nicht gezögert werden, die Polizei zu rufen. Besonders wichtig sei, dass dies vor Einbruch der Dunkelheit geschehe.

Winter rät generell, dass Eltern ihre Kinder nicht aus den Augen lassen sollten: „Unsere Empfehlung ist: Kindergartenkinder immer im Blick behalten, im Grundschulalter in Rufweite“, wird der Experte vom BR zitiert. Ein weiterer Tipp: Eltern sollten frühzeitig mit ihren Kindern über ein mögliches Verirren im Wald oder den Bergen sprechen. Denn wenn ein Kind auf die Situation vorbereitet sei, reagiere es möglicherweise ruhiger und weniger ängstlich. Es könnte dann vielleicht auf einem vertrauten Weg zurückgehen oder in der Erwartung, dass die Eltern bald vorbeikommen, vor Ort warten. (kam) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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