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Gepardenmutter "Kelly" trägt eines ihrer Jungtiere im Maul (Mai 2012). Ein junger Gepard wird seit Donnerstag vermisst.

Seit Donnerstag vermisst

Tierischer Ausreißer: Baby-Gepard wieder da

Nürnberg - Tierpfleger wollten einem verletzten Jungtier helfen - und lösten eine Panik im Gepardengehege aus. Eine junge Raubkatze floh und war einen Tag lang verschollen. Nun ist sie wieder da.

Knapp ein halbes Jahr nach dem Ausbruch eines Geparden aus dem Nürnberger Tiergarten ist erneut eine Raubkatze für gut einen Tag entkommen. Der junge Gepard sei bereits am Donnerstag aus dem Gehege im Nordosten des Tierparkgeländes geflohen und konnte erst am Freitagabend wieder eingefangen werden. Wie der Tiergarten am Abend mitteilte, war das drei Monate alte Jungtier schließlich von Besuchern im Wald oberhalb des Kropfgazellengeheges gesichtet worden. 18 Mitarbeiter hätten den Bereich abgesperrt. “Um 19.55 Uhr war der kleine Gepard bereits wieder eingefangen und wurde zurück in den Stall gebracht“, teilte der Zoo weiter mit. “Er ist wohlauf.“

Zoodirektor Dag Encke hatte bereits zuvor vermutet, dass sich das sechs Kilogramm schwere Tier noch auf dem 65 Hektar großen Zoogelände aufhielt. Eine Gefahr für Zoobesucher stellte das Jungtier ohnehin nicht dar. “Es ist nicht gefährlicher als eine Katze“, sagte Encke.

Der kleine Gepard war in Panik über einen drei Meter hohen Zaun geflohen, nachdem sich ein Geschwistertier bei einem Kletterunfall verletzt hatte und Tierpfleger ins Gehege kamen. Nach Enkes Angaben hatte sich einer der fünf jungen Geparden aus dem Wurf von Mutter “Kelly“ in einem Holunderbusch so unglücklich zwischen zwei Ästen verklemmt, dass er sich ein Vorderbein brach und sich nicht mehr selbst befreien konnte. Als Pfleger zur Hilfe kamen, gerieten die Jungtiere in Panik. Eines kletterte gar über den senkrechten, stromgesicherten Zaun.

Erst im Januar war der Gepard “Turbo“ aus seinem Gehege im Nürnberger Tiergarten ausgebrochen und hatte sich auf ein gerade vorbeigeführtes Pony gestürzt. Das Raubtier habe es anscheinend für eine Gazelle gehalten, vermutete die Tiergartenleitung später. Die Raubkatze konnte zwei Stunden nach dem Angriff wieder eingefangen werden. Sie hatte sich in einem Gebüsch versteckt. Der Tiergarten hatte daraufhin die Umzäunung des Gepardengeheges verstärkt.

Dennoch kritisierten die Tierschutzorganisationen Peta und EndZoo am Freitag erneut die Haltung der Raubkatzen und ein fehlendes Sicherheitskonzept. Sie forderten die Stadt Nürnberg dazu auf, den Vorfall gründlich zu untersuchen. Weil in den letzten fünf Monaten damit bereits fünf Geparden aus Zoos im deutschsprachigen Raum ausgebrochen sind, forderte Peta die Einstellung der Geparden-Haltung in Zoos. “Das schnellste Landraubtier der Welt ist in den kleinen Zoogehegen erheblichen Leiden ausgesetzt und wird auch künftig immer wieder seinem Freiheitsdrang nachkommen“, teilten die Tierschützer mit.

Erst im Juni seien zwei Geparden aus dem Zoo Salzburg ausgebrochen, im März entkam ein Gepard im Kölner Zoo seinem “viel zu kleinen Gehege“. Während Geparden in freier Wildnis eine Geschwindigkeit von bis zu 120 Stundenkilometern erreichten, könnten sie in Zoo-Gefangenschaft allenfalls im Kreis laufen.

dpa

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