Arbeitsagentur fordert

"Junge Arbeitslose von Ausbildung überzeugen"

Nürnberg - Die bayerischen Arbeitsagenturen wollen junge Erwerbslose vermehrt zueiner Ausbildung bewegen, damit sie bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.Doch sie kämpfen mit Problemen:

Wer keine Ausbildung hat, hat auf dem Arbeitsmarkt schlechte Chancen - auch wenn er in guten Zeiten wie diesen vielleicht einen Job als Hilfsarbeiter bekommt. Die Arbeitsagenturen wollen deshalb vor allem 25- bis 35-Jährige doch noch von einer Ausbildung überzeugen.

Die bayerischen Arbeitsagenturen wollen junge Erwerbslose vermehrt zu einer Ausbildung bewegen. „Es gelingt uns nicht wirklich, die Menschen zwischen 25 und 35 Jahren, die arbeitslos sind und keinen Abschluss haben, von einer Berufsausbildung zu überzeugen“, berichtete Ralf Holtzwart am Montag in Nürnberg. Der Leiter der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit begründete dies vor allem mit finanziellen Verpflichtungen, die viele Betroffene etwa durch eine Familiengründung bereits eingegangen seien. Das Azubi-Gehalt sei da im Vergleich zu einem Hilfsarbeiterjob unattraktiv.

Holtzwart forderte deshalb vom Gesetzgeber, weitere Möglichkeiten zu schaffen, den Kandidaten mehr Geld zum Lebensunterhalt zur Verfügung zu stellen. Er könne sich beispielsweise ein Gratifikationssystem vorstellen, bei dem die Bereitschaft und der erfolgreiche Abschluss einer Ausbildung honoriert werde - etwa indem die Rückzahlung eines entsprechenden Darlehens teilweise erlassen werde. Langfristig sei eine Ausbildung der beste Schutz gegen Arbeitslosigkeit, betonte Holtzwart.

Seit vergangenem Herbst ist die Zahl der Jobsucher im Freistaat auf niedrigem Level wieder angestiegen. Für die kommenden Monate zeigte sich Holtzwart zuversichtlich. „Ich gehe davon aus, dass wir im zweiten Halbjahr das Niveau an Arbeitslosigkeit und Beschäftigung halten können. Wir haben eine stabile Lage, die auch konstant bleiben wird.“ Allerdings dürfte auch ein moderater Anstieg der Konjunktur zunächst nicht zur Schaffung neuer Stellen führen, weil die Firmen derzeit ausreichend Personal zum Erfüllen neuer Aufträge hätten.

dpa

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