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Bayan Alrazzah berichtet über seinen Berufswunsch: „Ich finde es wichtig, einen Beruf richtig zu lernen.“

Tagebuch eines 21-jährigen Syrers

Der junge Flüchtling Bayan über seine Berufspläne in München

Bayan Alrazzah ist 21 und kommt aus Aleppo in Syrien. Vor zwei Jahren ist er allein nach Deutschland geflüchtet. Seitdem lebt er in München, sein Asylantrag wurde anerkannt. Für den Münchner Merkur führt er ein Tagebuch über seinen Alltag.

Jeder wünscht sich einen guten Beruf. Als ich ein kleines Kind war, wollte ich ein wichtiger Chef werden.

In Syrien habe ich in den Sommerferien immer gearbeitet – als Verkäufer in einem Minimarkt, in einer Bäckerei, in einer Shisha-Bar oder als Kellner in einem Restaurant. Einmal auch als Mitarbeiter bei einem Tischler. In Aleppo habe ich für kurze Zeit Maschinenbau an der Uni studiert, bis ich geflohen bin. Aber das möchte ich nicht weiterstudieren. Es würde hier lange dauern und ich möchte lieber Geld verdienen, damit ich gut leben und mir eine Wohnung mieten kann. Deswegen würde ich gerne eine Ausbildung machen. Dabei lernt man einen Beruf richtig – das finde ich wichtig. 

Ich würde gerne bei der Polizei arbeiten - oder im Hotel

Ich würde gerne Hotelfachmann werden. Ich mag diesen Beruf, weil mein Onkel in Aleppo ein Chef in einem großen Hotel war und ich als kleiner Junge oft dort war. Ich habe gesehen, wie er mit den Gästen redet und wie mit seinen Mitarbeitern. Im Hotel hat man Verantwortung – das ist schwer, aber auch schön.

Ich habe mich auch erkundigt, was man braucht, um eine Ausbildung bei der Polizei machen zu können. Zurzeit geht das aber nicht, weil ich noch neu in Deutschland bin und auch keinen Führerschein habe. Ich würde gerne bei der Polizei arbeiten. Weil man dort Verantwortung hat und Menschen beschützen kann. Vielleicht kann ich das später irgendwann schaffen. Vielleicht auch nicht. Ich hoffe, dass ich einen Ausbildungsplatz in einem Hotel finde. 

Bayan Alrazzah

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