Das Motorradfahren war sein Leben: Der 19-jährige Florian S. liebte es, mit seiner Maschine über die Landstraßen zu heizen. Dass er sich in Gefahr begab, war ihm bewusst. Die Trauer ist groß: Über 1600 Freunde trauern um Florian bei Facebook in einer Trauergruppe. Sein Vater Herbert S. schreibt: „Motorradfahren war sein Leben“

Zirndorfer rast auf Motorrad in den Tod

Florians (19) letzte Ausfahrt

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Bruckberg - Er liebte es, mit Tempo 250 über den Standstreifen der Autobahn zu rasen oder mit 180 den Würgauer Berg in der Fränkischen Schweiz hi­naufzujagen – im Rausch der Geschwindigkeit verlor Florian S. (19) auch sein Leben.

Donnerstagabend prallte der junge Zirndorfer mit seiner Kawasaki ZX 6R Ninja gegen einen Wasserdurchlass nach Bruckberg. Er hatte sich mit Kumpels zu einer Ausfahrt verabredet, war offenbar gerade am Überholen, als er die Kontrolle über die Maschine verlor. Er flog fast 100 Meter weit. Der Notarzt konnte nichts mehr für ihn tun.

„Ride in Paradise“, steht nun unter den Videos, die der junge Angestellte mit seiner Helmkamera für Youtube produzierte. Für die Internet-Gemeinde legte er sich halsbrecherisch in die Kurven, heizte im Stau mit Tempo 80 durch die Fahrzeug-Gassen und scherte oft erst im letzten Moment vor entgegenkommenden Autos ein. Für seine Fans war Florian S. ein Held, bei Facebook setzten sie ihm ein Denkmal – und entfachten zugleich eine wüste Diskussion über jugendlichen Leichtsinn und tödliche Prahlerei.

Noch am Unfallabend meldeten sich ein Zeuge und eine Unfallhelferin bei Facebook zu Wort. Peter K.: „Die Jungs sind sehr rasant und aus meiner Sicht zu riskant gefahren.“ Katrin R. beschrieb die Sekunden nach dem Crash: „Ich habe mit einem anderen den Helm runter, damit er Luft bekommt, und hab die ganze Zeit seinen Kopf gehalten, bis der Sani kam. Aber die konnten nichts mehr für ihn tun.“

„Er hatte sein Leben in der rechten Hand am Gasgriff“, schreibt Thomas L. über seinen Kumpel, der auch Mitglied der „Streetbunnycrew“ war – einer Biker-Gruppe, die im Häschenkostüm auf die Piste ging. Im kommenden Jahr hätte Florians Bild den Bikerkalender 2014 zieren sollen. Er wird nun zum traurigen Nachruf.

„Motorrad fahren und bei den Streetbunnys dabei zu sein, das war sein Leben“, schreibt Florians Vater Herbert S. auf der Trauerseite bei Facebook. „Er ist nicht weg, er ist nur einer anderen Bikercrew beigetreten und wir werden irgendwann wieder mit ihm über die Straßen fahren.“ Und seine Mutter Claudia ergänzte: „Er ist mit Sicherheit glücklich gestorben. Er hat immer gesagt, egal, wenn es so kommt, kommt es so, dann wenigstens auf dem Moped ...“ Zur Beerdigung am Mittwoch in Roßtal wünschen sich seine Eltern statt Blumen lieber Geldspenden an die Biker-Gemeinde. Die polizeilichen Ermittlungen zur Unfallursache dauern unterdessen an.

aw/mc

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