Bis zu drei Jahre

Junglehrer sollen aufs Referendariat warten

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München - Schlechte Nachrichten für alle Referendare: Lehramtsstudenten müssen sich auf eine Wartezeit für das Referendariat einstellen.

Das Kultusministerium will zum 1. April nächsten Jahres das Lehrerbildungsgesetz ändern. Dann könnte es ab 2019/20 sein, dass Lehramtsstudenten mit abgeschlossenem 1. Staatsexamen warten müssen, ehe sie mit ihrem Referendariat beginnen. Bis zu drei Jahren Wartezeit sind laut Gesetzentwurf zulässig. Der Grund sind zu hohe Absolventenzahlen in Fächern wie Deutsch, Englisch, Geschichte oder Geografie am Gymnasium. 

Die Lehramtsstudenten sollen, bevor sie ins Referendariat kommen, anhand ihrer Examensnote und nach sozialen Kriterien beurteilt werden. Wer eine gute Note hat und zudem noch verheiratet (möglichst mit Kind) ist, der hat wohl die besten Chance, anschlusslos mit der Lehrerausbildung fortfahren zu können. „Das Verfahren ist in 13 Bundesländern üblich“, rechtfertigte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) gegenüber unserer Zeitung das Vorhaben. Er sprach von einer „Steuerung des Zugangs“ und einem „Werkzeug“, um die hohen Bewerberzahlen in manchen Fächern zu reduzieren. Notfalls müssten sich die Lehramtsstudenten „anders orientieren“ und lieber den Master anstreben.

Die Lehrerverbände wüten gegen den Plan. „Wir können das nicht mittragen“, erklärt BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann. Auch die Junglehrer im Philologenverband sind dagegen. Die GEW hat auf der Plattform openpetition eine Online-Petition gestartet, die über 10 000 Unterstützer gefunden hat.

Dirk Walter

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