Lange Haftstrafen

Junkies nach Raub auf Pfarrhäuser verknackt

Traunstein - Um an Geld für Drogen zu kommen, brachen zwei junge Männer in Pfarrhäuser ein und fesselten die Bewohner. Jetzt müssen die beiden Täter in den Knast.

Wegen Raubüberfällen auf Pfarrhäuser müssen zwei junge Männer für viele Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Traunstein verurteilte einen 25-Jährigen am Dienstag zu zehn Jahren Haft. Sein ein Jahr älterer Komplize muss für elf Jahre hinter Gitter. Das Duo hatte gestanden, im vergangenen Jahr in zwei oberbayerische Pfarreien eingebrochen zu sein. Die Männer stahlen dabei Bargeld und Kreditkarten und erbeuteten so mehr als 6000 Euro. Die Anklage lautete auf schweren Raub und Freiheitsberaubung.

Die Taten seien sehr schwerwiegend gewesen, sagte der Vorsitzende Richter. „Die körperlichen Verletzungen waren nicht so erheblich. Weitaus größer sind die psychischen Folgen. Sie bestehen bis heute.“ Die Opfer litten zum Teil unter Angstzuständen und Schlafstörungen. Einige seien noch immer in psychotherapeutischer Behandlung.

Das erste Verfahren musste ausgesetzt werden, weil einer der Schöffen krank wurde. Damals hatten die Männer geschwiegen. Dieses Mal packten sie aus: Schon lange nahmen sie Drogen. Für ihre Überfälle wählten sie zufällig Adressen von Pfarrhäusern aus. In der Nacht zum 17. Juni 2012 brachen sie in Tuntenhausen bei Rosenheim vermummt die Türen des Pfarrhofes auf und fanden den schlafenden Geistlichen. Von dem Pfarrer verlangten sie den Tresorschlüssel und die EC-Karte samt Geheimnummer. Sie fesselten den Priester mit Kabeln und flüchteten mit etwa 500 Euro. Noch in der Nacht hoben sie 2000 Euro ab. Der Pfarrer berichtete später von Todesangst.

Auch in der Nacht zum 20. Juli 2012 überraschte das Duo den Prälaten der weltberühmten Wieskirche von Steingaden im Schlaf. Bei dem Überfall auf dem Pfarrhof von Böbing bei Weilheim hatte einer der Täter eine Schreckschusspistole ohne Munition dabei. Das Duo raubte 800 Euro und hob mit den erpressten EC-Karten des Pfarrers und seiner Haushälterin später zusammen 3000 Euro ab.

Der Prälat sagte bei seiner Vernehmung, es habe Schläge und Tritte gesetzt. Er sei an einen Heizkörper gefesselt worden. „Die haben meine menschliche Würde zerstört“, sagte der Ruhestandsgeistliche.

Die Taten seien gut geplant und überlegt ausgeführt worden - und nicht im Drogenrausch, sagte der Richter. Die Angeklagten hätten sich Handschuhe angezogen, ihre Handys ausgeschaltet und Kabelbinder von zu Hause mitgebracht. Zudem seien beide Täter vorbestraft - auch daher sei das Strafmaß so hoch ausgefallen.

Beide Männer entschuldigten sich im Prozess bei ihren Opfern. Die Verteidiger hatten deutlich mildere Strafen für ihre Mandanten gefordert und wollen nun prüfen, ob sie Rechtsmittel einlegen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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