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Die Regensburger JVA muss wegen Fliegerbombe evakuiert werden.

JVA muss geräumt werden

Regensburger JVA-Leiter: „Evakuierung ist eine Premiere“

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Auch für den Regensburger JVA-Leiter Christian Gessenharter ist die Evakuierung eine Premiere. Er sagt: Wir atmen alle auf, wenn der Samstag vorbei ist.

Regensburg - Dass Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden werden, kommt immer wieder vor. Nun muss deswegen aber zum ersten Mal ein Gefängnis evakuiert werden. Die JVA Regensburg liegt im 400 Meter großen Sperrkreis um den 225 Kilogramm schweren Sprengsatz. Am morgigen Samstag werden alle Häftlinge auf andere Gefängnisse in Bayern verteilt, bis die Bombe entschärft ist. Das ist auch für den JVA-Leiter Christian Gessenharter eine Premiere.

Wie gut sind Sie auf die Evakuierung der JVA vorbereitet? Gab es so eine Situation schon einmal?

Christian Gessenharter: Nein, die JVA Regensburg musste noch nie evakuiert werden. Aber wir haben dafür einen Evakuierungsplan, der momentan akribisch abgearbeitet wird. Alles ist in Vorbereitung. Wir arbeiten sehr eng mit der Polizei und den Justizvollzugsanstalten zusammen, in die die Häftlinge gebracht werden.

Wie groß ist der Aufwand?

Gessenharter: Enorm – vor allem wegen der Sicherheitsvorkehrungen.

Die Bombe soll erst Samstag entschärft werden, weil der Berufsverkehr so nicht von den Absperrungen behindert wird. Hätten Sie es auch schneller geschafft, die JVA zu evakuieren?

Gessenharter: Grundsätzlich ja. Aber es ist viel besser, für die Planung mehr Zeit zu haben.

Wie wird die Evakuierung ablaufen?

Gessenharter. Aus Sicherheitsgründen können wir uns im Vorfeld nicht zu konkreten Einzelheiten oder dem Zeitplan äußern. Die Häftlinge werden mit Bussen zu anderen Justizvollzugsanstalten in Bayern gebracht. Die Sicherheit der Allgemeinheit und der Gefangenen wird absolut im Fokus stehen. Durch verstärkten Personaleinsatz können wir das stemmen.

Wie ist die JVA Regensburg aktuell belegt?

Gessenharter: Wir haben momentan 109 Gefangene. 21 davon sind Frauen. Wir sind zuständig für Strafhaft von bis zu einem Jahr bei Männern und bis zu drei Monaten bei Frauen – also Gefangene mit geringen Haftstrafen. Bei der Untersuchungshaft kann natürlich jeder Deliktkreis betroffen sein, also auch Tötungsdelikte.

Sind die Häftlinge bereits informiert?

Gessenharter: Ich denke, dass viele davon bereits über die Medien erfahren haben. Aber die Stimmung ist ruhig. Sollte die ein oder andere Beruhigung notwendig sein, sind unsere Bediensteten dafür sensibilisiert, dass sie entsprechend Gespräche mit den Gefangenen führen.

Wie ist die Stimmung bei den Anwohnern?

Gessenharter: Mir ist nicht bekannt, dass die Anwohner sich Sorgen machen. Es gibt auch keinen Grund dafür. Wir haben die Situation völlig im Griff. Die Evakuierung wird sicher über die Bühne gehen. Trotzdem atmen wir natürlich auf, wenn wir das hinter uns haben.

Interview: Katrin Woitsch

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