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Affing wurde vom Tornado schwer getroffen.

Nach Zerstörung im Landkreis Aichach-Friedberg

Staatsregierung beschließt Finanzhilfe für Tornado-Opfer

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München - Nach dem verheerenden Tornado in Affing und einigen Nachbargemeinden hat der Bayerische Landtag den Opfern nun Sofortgeld und Soforthilfen sowie einen Härtefallfonds zugesichert.

In Härtefällen sollen auch höhere Beträge möglich sein. Das beschloss das Kabinett am Dienstag in München.

Lesen Sie hier: Kommen mehr Tornados nach Bayern? Das sagt ein Experte

Die großen Aufräumarbeiten sind nach dem verheerenden Tornado in Affing, Gebenhofen und Stettenhofen weitgehend erledigt. Jetzt ist die Zeit der Gutachter gekommen, und für die Geschädigten beginnt die Zukunft. Ein Zeichen der Hoffnung kam am Dienstag aus dem Bayerischen Landtag: Die Staatsregierung beschloss als Hilfe für die Betroffenen Sofortgeld und Soforthilfen sowie einen Härtefallfonds. Die Mittel seien ab sofort verfügbar. „Das Geld ist da!“, heißt es in der Staatskanzlei.

Bei dem Unwetter am vergangenen Mittwochabend waren mehr als 200 Gebäude erheblich beschädigt worden, 30 Gebäude sind nach Angaben des Innenministeriums ganz oder teilweise unbewohnbar. Rund 600 Menschen seien von dem Tornado betroffen, zwölf Familien sind nach Angaben des Ministeriums obdachlos.

Private Haushalte können Sofortgeld bis zu 1500 Euro beantragen

Die Landratsämter Aichach-Friedberg und Augsburg Land haben entschieden, die Regulierung der finanziellen Hilfen direkt vor Ort in den Gemeinden abzuwickeln. Betroffene können sich ab Mittwoch in den Rathäusern von Langweid, Gablingen und Affing melden. Dort soll dann der akute Schaden erfasst werden und nach kurzer, unbürokratischer Prüfung die Überweisung veranlasst werden.

Das Sofortgeld soll persönliche individuelle Notlagen in Privathaushalten abmildern. Dafür können bis zu 1500 Euro beantragt werden. Die Formulare sollen laut den Landratsämtern bewusst einfach gehalten sein, damit sie zügig bearbeitet werden können. Unternehmen, Freiberufler und Vereinen wird ein Sofortgeld von bis zu 5000 Euro gewährt.

Bei Existenzgefährdung zahlt der Freistaat bis zu 200.000 Euro

Die selbe maximale Summe steht auch als Soforthilfe für Hausrat und Haushaltsgegenstände pro Haushalt zur Verfügung. Gewerbliche Unternehmen können bis zu 100.000 Euro erhalten, bei Existenzgefährdung sogar bis zu 200.000 Euro. Wer allerdings nicht gegen derartige Schäden versichert war, bekommt höchstens die Hälfte erstattet.

Der Härtefonds soll bei Existenzgefährdung in Anspruch genommen werden können. Beantragen können die Hilfe sowohl Privatpersonen als auch Gewerbebetriebe, Freiberufler sowie Unternehemen der Land- und Forstwirtschaft.

Bei der Versicherungskammer Bayern, dem Marktführer in der Wohngebäudeversicherung, sind bis gestern rund 300 Schadensmeldungen eingegangen. Die Schadenssumme belaufe sich auf rund zehn bis zwölf Millionen Euro, hieß es bei dem Unternehmen. Rund ein Drittel der betroffenen Versicherten war gegen das Risiko von Sturmschäden versichert. Der Landrat des Kreises Aichach-Friedberg hatte den Gesamtschaden auf rund 40 Millionen Euro geschätzt.

Volker Pfau

Affing in Schwaben: Tornado hinterlässt Spur der Verwüstung

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