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Kabinett und Kommunen wollen Olympia-Bewerbung absegnen

München/Garmisch-Partenkirchen - Im Januar müssen die Münchner Olympia-Macher ihr Bewerbungskonzept vorlegen. Voraussetzung sind drei Entscheidungen, die an diesem Mittwoch fallen.

Die Münchner Bewerbung um die Olympische Winterspiele 2018 muss an diesem Mittwoch noch einmal drei entscheidende Hürden nehmen: Das bayerische Kabinett, der Münchner Stadtrat und der Gemeinderat von Garmisch-Partenkirchen müssen das endgültigen Bewerbungsbuch, das sogenannte Bid Book, absegnen. Beim Kabinett ist das aber ohnehin nur eine Formsache, und auch die Zustimmung der beiden Kommunalparlamente gilt als sicher.

Das Kabinett wird in seiner Sitzung zudem ein “Olympia-Gesetz“ auf den Weg bringen. Darin enthalten ist unter anderem eine verbindliche Zusage an Bauern in Garmisch-Partenkirchen, dass sie die Grundstücke, die sie für Olympia zur Verfügung stellen, im Ausgangszustand wieder zurückbekommen. Zudem wird in dem Gesetzespaket nach Angaben eines Sprechers geregelt, wer für mögliche Verluste des Organisationskomitees geradestehen soll - dafür sollen zu je einem Drittel der Bund, der Freistaat und die Stadt München aufkommen.

Eine Mehrheit im Münchner Stadtrat für das Bewerbungsbuch ist sicher - und zwar auch ohne die Stimmen der Grünen, die zusammen mit der SPD eine Koalition bilden, deren Abstimmungsverhalten aber zwischenzeitlich fraglich war. Der Grund: Die Münchner Grünen-Basis hatte sich am Montagabend mit einer klaren Mehrheit von 92 zu 45 gegen die Bewerbung ausgesprochen - obwohl die Grünen mit der SPD im Koalitionsvertrag von 2008 vereinbart hatten, Olympia mitzutragen.

An diesen Vertrag will sich die Rathaus-Fraktion allerdings nun trotz des Basis-Votums halten - und für Olympia stimmen. Er gehe davon aus, dass alle Mitglieder der Fraktion mit Ja votieren, sagte Fraktionschef Siegfried Benker am Dienstag nach internen Beratungen auf dpa-Anfrage. Die Fraktion wolle ein verlässlicher Bündnispartner sein. Tatsächlich würde ein Nein der Grünen eine Zerreißprobe für die rot-grüne Rathauskoalition bedeuten - und das will Benker vermeiden.

Auch im Marktgemeinderat von Garmisch-Partenkirchen rechnen Beobachter mit einer breiten Zustimmung zu dem veränderten Konzept für die Bewerbung. Offen ist aber, wie viele Ja-Stimmen es werden. In dem knapp 28 000 Einwohner zählenden Wintersportort zu Füßen der Zugspitze (2962 Meter) sollen die alpinen Wettbewerbe stattfinden.

Die Gemeinde hat ihr ursprüngliches Bewerbungskonzept deutlich abgespeckt, da etliche Grundstücksbesitzer - vor allem Landwirte - ihre Flächen für die Zeit der Spiele nicht zur Verfügung stellen. Das sogenannte Snow Village, wo die Sportler wohnen, soll verkleinert auf dem Gelände des Olympia-Eisstadions und auf Grundstücken der Deutschen Bahn entstehen. Die Biathlon- und Langlaufwettbewerbe sind auf dem staatlichen Hof- und Landgestüt Schwaiganger im nahen Ohlstadt geplant. Die Medien sollen an verschiedenen Standorten in Garmisch-Partenkirchen und Murnau a. Staffelsee untergebracht werden.

dpa

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