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Mit Konkurrenz aus Tschechien, Polen oder England rechnen die bayerischen Kaminkehrer nicht.

Kaminkehrer sehen Monopol-Lockerung gelassen

Fürth - Am Jahresende endet ihr Monopol - dann müssen auch Schornsteinfeger mit Konkurrenz rechnen. Das bayerische Kaminkehrerhandwerk sieht den neuen Wettbewerb dennoch gelassen.

Die bayerischen Kaminkehrer rechnen nach der Aufweichung ihrer Monopolstellung zum 1. Januar 2013 zunächst mit wenig Konkurrenz. “Wir gehen davon aus, dass Kunden, die mit ihrem Kaminkehrer zufrieden sind, auch künftig ihren Schornsteinfeger mit dem Kaminkehren beauftragen werden“, sagte der neu gewählte Landesinnungsmeister Oswald Wilhelm am Donnerstag in Nürnberg.

Allenfalls größere Wohnungsunternehmen könnten dazu übergehen, Schornsteinfegerleistungen auszuschreiben. Für Besitzer von Einfamilienhäusern sei das wohl zu aufwendig. “Bei Reinigungsgebühren von 25 Euro pro Feuerstelle lohnt sich kaum, für ein oder zwei Euro den Kaminkehrer zu wechseln“, sagt etwa der mittelfränkische Innungsobermeister Heinz Nether.

Mit großen Preissenkungen rechnet Oswald ohnehin nicht. Schornsteinfeger, die rentabel arbeiten wollten, könnten sich kaum erlauben, die jetzigen Gebühren zu unterbieten. Auch mit Konkurrenz aus Tschechien, Polen oder England rechnen die bayerischen Kaminkehrer nicht. Dort fehle es schon jetzt an Fachkräften. Voraussetzung in Deutschland sei aber entweder der Meisterbrief oder eine vergleichbare ausländische Ausbildung.

Übergangsregelung bis Ende des Jahres

Zudem verweist Oswald auf Erfahrungen aus Österreich. Dort sei bereits vor 15 Jahren das Kaminkehrer-Monopol gefallen. “Und dort haben nur zwischen zwei und fünf Prozent der Hausbesitzer den Schornsteinfeger gewechselt.“ Mit einer ähnlichen Quote sei auch in Deutschland zu rechnen.

Das Schornsteinfeger-Monopol war nach gut 70 Jahren mit einem Gesetz vom November 2008 gelockert worden. Damit können von 2013 an auch Kaminkehrer aus Polen, Österreich oder Frankreich in Deutschland arbeiten. Bis Ende des Jahres gilt eine Übergangsregelung, um die wirtschaftlichen Folgen abzuschwächen. Hausbesitzer können künftig selbst entscheiden, welchen Schornsteinfeger sie mit den Reinigungsarbeiten beauftragen. Sie müssen die Arbeiten aber gegenüber dem örtlich zuständigen Schornsteinfeger nachweisen.

dpa

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