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So nicht: Ein Stau ohne vorschriftsmäßige Rettungsgasse macht Rettern im Einsatz das Leben schwer. Für Unfallopfer geht es ums Überleben.

Aktion von Innenmisterium und ADAC

Kampagne für die Rettungsgasse: Macht Platz für die Helfer

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Noch immer halten die Fahrer auf Bayerns Autobahnen zu selten eine Rettungsgasse frei, wenn sich nach Unfällen lange Staus bilden. Eine Aufklärungskampagne soll nun die Autofahrer zu mehr Rettungsgassen-Disziplin erziehen. Mit Zuckerbrot, Peitsche und dem Smartphone.

München – Kein Durchkommen für Feuerwehrund Krankenwagen – wieder einmal. Als es am Mittwoch auf der A3 bei Würzburg krachte und acht Menschen verletzt wurden, konnten Rettungsfahrzeuge nicht an die Unfallstelle fahren. Der Grund: Die Autofahrer, die im Unfall-Stau feststeckten, bildeten keine Rettungsgasse. Solche Szenarien sind auf Bayerns Autobahnen ein Dauerproblem, besonders während der staureichen Sommerreisezeit. Um dem Herr zu werden, setzen Behörden und Verkehrsverbände auf mehr Aufklärung, strengere Kontrollen und härtere Strafen.

Zum Auftakt einer Aufklärungskampagne seiner Behörde gemeinsam mit dem ADAC richtete Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) gestern nochmals die Warnung an die Autofahrer: „Beim Thema Rettungsgasse geht es um Leben und Tod.“ Doch da mahnende Worte oft auf taube Ohren stoßen, kündigte Herrmann gleichzeitig verstärkte Polizeikontrollen bei Staus auf der Autobahn an – samt konsequenter Bußgelder bei Verstößen gegen die „Eins-links-zwei-rechts-Regel“, sprich: Zwischen der linken und der zweiten Spur von links müssen Autofahrer die Rettungsgasse freihalten – und zwar immer, sobald sich ein Stau bildet. Nicht erst, wenn Blaulichter im Rückspiegel blitzen.

Zudem kündigte Herrmann an, dass nach einem Entwurf zur Änderung des Bußgeldkatalogs die Strafen für Blockierer bald deutlich härter ausfallen sollen: Von jetzt 20 auf 200 Euro soll sich die Geldbuße verzehnfachen. Bei Behinderung oder Gefährdung sogar auf 240 bis 280 Euro, dann gekoppelt mit einem Fahrverbot.

Neben härteren Konsequenzen soll auch mehr Aufklärung dazu führen, dass Unfallopfer künftig seltener auf im Stau stecken gebliebene Helfer warten müssen. Herrmann kündigte mehr Info-Banner an Autobahnbrücken an, dazu Einblendungen über die elektronischen Anzeigetafeln, mehrsprachige Flyer und zusätzliche Radiodurchsagen.

Bis in die Hosentasche und das Handschuhfach der Auto- und Lkw-Fahrer soll die Botschaft vordringen. Dafür hat die Hochschule Landshut ein Rettungsgassen-Warnprogramm für Smartphones entwickelt: Es erkennt Position und Fahrtrichtung des Fahrers. Sobald er sich einem Stau nähert, erinnert eine Sprachdurchsage an die Pflicht zur Rettungsgasse. BMW plant, eine ähnliche Funktion in das Bordsystem seiner Fahrzeuge zu integrieren. Die Software greift direkt auf die Stauinformationen der Verkehrsmeldestelle der bayerischen Polizei zu. Als kostenfreie verwendbares Modul soll sie ab Ende des Jahres per Aktualisierung in die „BayernInfo“-App, ein Kartenangebot der Staatsregierung, integriert werden.

Einen „guten Schritt“, nennt Stefan Schuster, Feuerwehrsprecher der SPD-Landtagsfraktion, die App und die Kontrollen. Doch der Opposition geht das nicht weit genug: Schuster erneuerte die Forderung seiner Fraktion, dass Rettungskräfte angesichts der angespannten Personallage bei der Autobahnpolizei unkompliziert selbst Anzeige erstatten dürfen sollen – ohne wie bislang die Personalien der Stausünder aufnehmen zu müssen.

Lesen Sie auch: Gaffer behindern Retter nach Unfällen auf A3

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