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Mmmmh, köstlich – aber ungesund ist dieser Hamburger. Falsche Ernährung und zu wenig Bewegung führen zu Übergewicht. Immer häufiger betroffen sind Kinder.

Kampagne gegen Übergewicht bei Kindern

Ran an den Speck!

München - Übergewicht ist eines der größten Gesundheitsprobleme in den Industrieländern. Und übergewichtig sind immer häufiger Kinder. Besonders zur Weihnachtszeit ist die Verlockung durch Plätzchen und Co. groß.

Gesundheitsministerin Melanie Huml will dem schwerwiegenden Problem 2015 gegensteuern.

Angesichts der steigenden Zahl übergewichtiger Kinder macht die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml im kommenden Jahr die Kindergesundheit zum Schwerpunktthema. In Bayern sind laut Ministerium mittlerweile 8,4 Prozent der Erstklässler übergewichtig. Insgesamt leben derzeit etwa 1,7 Millionen Kinder unter 15 Jahren im Freistaat. Da Übergewicht in jungen Jahren ein erhöhtes Krankheitsrisiko im Erwachsenenalter nach sich zieht, will die CSU-Politikerin mit ihrer Informationskampagne gegensteuern.

„Mir geht es darum, ein Bewusstsein zu schaffen“, sagte die 39-Jährige. Kurz vor Weihnachten appelliert sie an die Eltern: „Man möchte seinen Kindern Gutes tun. Aber das heißt nicht, dass man die Kinder alles schlemmen lassen sollte.“ In den Vordergrund rücken sollen gesunde Ernährung und Bewegung.

Huml will sowohl die Eltern als auch Kinder und Jugendliche in den verschiedenen Altersgruppen ansprechen. „Es wird bayernweit Kindergesundheitstage geben. Wir werden mit einer Road-Show durch das Land ziehen, mit Bewegungsparcours für die Kinder.“ Die Kindergesundheit ist Teil des bayerischen Präventionsplans, den Huml im kommenden Jahr vorlegen will.

In den vergangenen Jahrzehnten ist die Zahl der übergewichtigen oder sogar fettleibigen Kinder in den meisten Industriegesellschaften gestiegen. Der Trend ist aber nicht in allen Regionen und Gesellschaftsschichten gleich. So sind in Oberbayern 7,8 Prozent der Erstklässler übergewichtig, in Mittelfranken 9,4 Prozent. „In Nordbayern ist der Anteil der übergewichtigen Kinder höher als in Südbayern“, sagte die Gesundheitsministerin. „Kinder mit Migrationshintergrund sind stärker übergewichtig als Kinder ohne Migrationshintergrund.“ Kinder aus ärmeren Familien sind nach einer Studie des Robert-Koch-Instituts häufiger übergewichtig. Huml will im kommenden Jahr erstmals einen detaillierten Kindergesundheitsbericht für Bayern vorlegen.

Kopfzerbrechen bereiten ihr und den Fachleuten im Gesundheitsministerium auch die Impfgegner unter den bayerischen Eltern. Huml startet deshalb eine „Impfoffensive“. „Wir hatten im vergangenen Jahr allein in Bayern fast 800 Masernfälle“, sagte sie. „Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit“: Wenn Kinder im ersten Lebensjahr infiziert würden, könne es vorkommen, dass sie sich zunächst normal weiterentwickelten, um dann in einigen Jahren erneut zu erkranken und zu sterben. „Solche tragischen Todesfälle können wir vermeiden“, sagte die Mutter eines Sohnes.

„Jeder, der sich gegen die Impfung seiner Kinder entscheidet, muss sich bewusst sein, dass damit das Krankheitsrisiko in den Kinderkrippen und Kindergärten an andere Kinder weitertransportiert wird“, mahnte sie. „Einen sicheren Schutz bieten nur beide Masernimpfungen.“

Die Weltgesundheitsorganisation WHO will eigentlich bis zum Jahr 2015 eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent für beide Impfungen erreichen. „Das werden wir in Bayern voraussichtlich nicht erreichen“, räumte Huml ein. „Wir haben derzeit bei der zweiten Impfung eine Quote von 90,5 Prozent.“ Und auch bei der Masernimpfung gibt es regionale Unterschiede: „In Nordbayern ist die Impfquote höher als in Südbayern. Deswegen wollen wir auch bei der Impfoffensive einen regionalen Ansatz wählen.“

Carsten Hoefer

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