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Ein Minister als Imker: Marcel Huber präsentiert eine Wabe aus den Bienenstöcken, die auf dem Dach des Umweltministeriums in München stehen.

Minister Huber stellt Pläne vor

Kampf gegen Artensterben in Bayern: Neues Schutzzentrum in Augsburg

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Im Kampf gegen das Artensterben soll ein neues Schutzzentrum in Augsburg die Kommandobrücke in Bayern werden. 

München – Mit einem „Blühpakt“ und dem geplanten Artenschutzzentrum in Augsburg will Umweltminister Marcel Huber (CSU) dem Artensterben Einhalt gebieten. „Wir müssen uns eine Öko-Firewall aufbauen“, sagte Huber gestern bei der Vorstellung seiner Pläne. Als Ort für seine Präsentation hat er das begrünte Dach seines Ministeriums gewählt. Dort stehen seit 2014 vier Bienenkästen mit derzeit rund 150 000 Tieren. Es soll ein Mosaiksteinchen im Kampf gegen das Artensterben sein.

Eine landesweite Wirkung erhofft sich Huber von dem neuen Bayerischen Artenschutzzentrum, das in Augsburg entstehen soll. 50 neue Planstellen sind dafür vorgesehen. Räumlich wird das Forschungszentrum wohl am Augsburger Eichamt angesiedelt und damit in unmittelbarer Nähe zum Landesamt für Umwelt, wie Huber gestern verkündete.

Neues Schutzzentrum soll Analysen für ganz Bayern koordinieren

Das Zentrum solle die „Kommandobrücke“ für den Kampf gegen den Artenrückgang werden. Die dort angesiedelten Wissenschaftler, die gerade akquiriert werden, sollen Analysen für ganz Bayern koordinieren und auch die Biotop-Kartierung vorantreiben. Das Ziel: Ein flächendeckendes Kataster für den gesamten Freistaat. Zudem seien 25 neue Artenhilfsprogramme geplant, etwa für Schmetterlinge, holzbewohnende Käfer oder Moorlibellen. Die Kosten für das Artenschutzzentrum werden derzeit auf einen unteren zweistelligen Millionenbetrag geschätzt, erklärte Huber.

Drei Millionen Euro für mehr grüne Flächen in Bayern

Neben dem wissenschaftlichen Überbau will Huber mit dem gestern gestarteten „Blühpakt Bayern“ den Anstoß für mehr blühende Wiesen und Grünstreifen im Freistaat geben. Teil dieses Pakts ist die landesweite Initiative „natürlich Bayern“, bei der gemeinsam mit den Landschaftspflegeverbänden in den kommenden fünf Jahren möglichst viele bepflanzte öffentliche Flächen in den Kommunen geschaffen werden sollen. Dafür werden drei Millionen Euro bereitgestellt. Vorbild ist ein Pilotprojekt aus dem Landkreis Passau, in dem bereits seit 2010 auf eine lange und weitverzweigte Blüte hingearbeitet wird. „Das soll unsere Blaupause sein“, betonte Huber.

Wettbewerb soll Unternehmen animieren, Blühflächen zu schaffen

Außerdem soll der Vertragsnaturschutz weiter ausgebaut und ein Aktionsprogramm mit der Landwirtschaft entwickelt werden. Mit einem Wettbewerb sollen zudem Unternehmen ermutigt werden, Blühflächen auf ihren Betriebsgeländen zu schaffen. Und zuletzt soll nach Hubers Wunsch in möglichst vielen bayerischen Behörden künftig eine kleine Nisthilfe für Bienen angebracht werden. „Dafür werde ich ausgiebig werben.“

Zu schaffen machten Huber die hochsommerlichen Temperaturen samt der prallen Sonne auf dem Dach seines Ministeriums. In der Fragerunde der Pressekonferenz bekam er Kreislaufprobleme und musste sich eine kurze Auszeit im Schatten nehmen. Nach der Verschnaufpause gab er allerdings schon wieder Interviews.

Lesen Sie auch: Umweltminister Huber erleidet Schwächeanfall

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