Kassenärztliche Vereinigung befürchtet für einige Ärztegruppen fin ...

München - Für viele Ärzte könnte die Luft jetzt dünn werden. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern schätzt, dass einige Ärztegruppen trotz insgesamt höherer Auszahlungen der Krankenkassen mit empfindlichen Einbußen rechnen müssen.

Viele Ärzte müssen nach Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) nächstes Jahr trotz insgesamt höherer Auszahlungen der Kassen mit empfindlichen Einbußen rechnen. Neue Mechanismen bei der Verteilung der Honorare sorgten dafür, dass beispielsweise Hausärzte, die viele Hausbesuche fahren, deutlich weniger verdienen, sagte der Vorstandsvorsitzende der KVB, Axel Munte, bei der Jahrespressekonferenz seiner Organisation am Dienstag in München. Aber auch verschiedene Facharztgruppen seien in akuter Gefahr.

Etwa könnten Mediziner, die in Zusammenarbeit mit Krankenhäusern als Belegärzte Operationen ausführen, in Probleme geraten, warnte Munte. Auch Neurologen oder hochspezialisierte Fachärzte könnten in ihrer Existenz gefährdet werden. Gleichzeitig würden andere Ärzte von den neuen Regeln durchaus profitieren. Ein Hauptproblem liege darin, dass Ärzteverbände und Kassen in den einzelnen Bundesländern künftig wesentlich weniger Möglichkeiten hätten, Honorarvorgaben, die von der Bundesebene kommen, durch eigene Abmachungen zu ergänzen, sagte der KV-Chef. Er sprach sich daher für ein Protestbündnis der Ärzte gemeinsam mit den bayerischen Krankenkassen aus, um in Berlin getroffene Entscheidungen rückgängig zu machen.

Den Aufruf des Bayerischen Hausärzteverbandes an seine Mitglieder, die Praxen im kommenden Februar zwei Wochen lang geschlossen zu lassen, hält die Kassenärztliche Vereinigung hingegen für den falschen Weg. Die KV habe den gesetzlichen Auftrag, die Behandlung aller Patienten sicherzustellen, sagte Munte. Falls es tatsächlich Praxisschließungen geben sollte, werde die KV dementsprechend eine Versorgung durch andere Ärzte organisieren.

Obwohl die Stimmung unter Bayerns Ärzten und Psychotherapeuten gereizt sei, gebe es aber auch positive Nachrichten, erklärte die KV. So sei es gelungen, ein neues Qualitätssiegel einzuführen, an dem sich Patienten künftig orientieren können. An dem Siegel "Ausgezeichnete Patientenversorgung" ließen sich Praxen erkennen, die eine überdurchschnittlich hohe Qualität bieten.

dpa

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