Katholische Jugendarbeit will sexuellem Missbrauch vorbeugen   

Nürnberg - Sexuelle Gewalt in der katholischen Jugendarbeit soll in Bayern schon im Ansatz verhindert werden. Dafür wird eine neue Stelle geschaffen.

Dafür sei es wichtig, sämtliche Leiter von Jugendorganisationen und -verbänden für die Prävention zu sensibilisieren und langfristig mit dem Thema zu arbeiten, sagte die Landesvorsitzende des Bundes der deutschen katholischen Jugend, Claudia Junker, am Montag in Nürnberg.

Dort diskutierten etwa 80 Führungskräfte, wie man sexuelle Gewalt in der Jugendarbeit verhindern kann. “Die Täter gehen in pädagogischen Einrichtungen ganz gezielt vor“, erläuterte Professor Günther Schatz von der Aktion Jugendschutz Bayern. Zunächst gewönnen sie das Vertrauen ihrer späteren Opfer - oftmals sind dies verletzliche Kinder, durch Gewalterfahrung bereits geschwächte Jugendliche oder junge Menschen mit Behinderung. Dann schlössen die Täter aus, dass Zeugen ihre Taten beobachten können, nutzten die Gegebenheiten der jeweiligen Institution aus - etwa die nächtlichen Kontrollgänge in Jugendheimen - und missbrauchten ihre Schützlinge.

Auch Schatz zufolge müssen vor allem die Führungskräfte hellhörig werden und Qualitätsstandards in ihren Einrichtungen durchsetzen. Dazu gehörten Verhaltenskodizes, Fortbildungen, Meldeverfahren, Transparenz sowie ganz entscheidend die Benennung eines akzeptierten Missbrauchsbeauftragten.

Um die Konzepte flächendeckend zu verbreiten, wird zum März in der Landesstelle für Katholische Jugendarbeit die Stelle einer Fachreferentin neu geschaffen. “Hier geht es darum, Prävention institutionell zu verankern und die Akteure miteinander zu vernetzen“, erläuterte Junker. Bislang habe etwa ein Drittel der Einrichtungen ausgefeilte und auf sie zugeschnittene Konzepte. Aber: “Die Überlegung ist inzwischen überall angekommen.“

dpa 

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