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700 Feldbetten wurden am Münchner Flughafen für gestrandete Passagiere aufgestellt. Viele Fluggäste nutzen das Notquartier.

Flughafensperrung erneut verlängert

München/Nürnberg - Die Sperrung der beiden großen bayerischen Flughäfen in München und Nürnberg ist am Sonntagabend, wie die fast aller anderen in Deutschland, bis Montag, 2.00 Uhr verlängert worden.

Ausnahmen gelten für Berlin-Tegel und Berlin-Schönefeld, die voraussichtlich bis Sonntagabend 22.00 Uhr betrieben werden können, wie Sprecherin Kristina Kelek in Langen bei Frankfurt mitteilte.

Die bislang bis 20.00 Uhr geöffneten Flughäfen, wie zum Beispiel Frankfurt, werden dann ebenfalls zunächst bis 2.00 Uhr geschlossen. “Bis dahin reichen unsere Prognosen“, erläuterte eine andere DFS- Sprecherin. Hintergrund ist den Angaben zufolge, dass die Aschewolken sich wieder geschlossen hätten.

Die Deutsche Flugsicherung hat am Sonntag das Flugverbot für fünf Flughäfen vorübergehend gelockert. Dies betrifft aber keine bayerischen Flughäfen: Die beiden Berliner Flughäfen, Hannover, Erfurt und Leipzig werden bis 20.00 Uhr für alle Abflüge Richtung Osten geöffnet. Alle übrigen Flughäfen in Deutschland bleiben jetzt vorerst

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bis 02.00 Uhr am Montag  weiter geschlossen. Über das weitere Vorgehen wollte die DFS am frühen Abend entscheiden. Grund ist die Aschewolke aus dem isländischen Vulkan. Die Fluglinien Air Berlin und Lufthansa haben mittlwerweile die Sperrung des deutschen Luftraums scharf kritisiert: Das Verbot basiere lediglich auf einer Computersimulation. Eigene Messungen des Deutschen Wetterdienstes, on wirklich gefährliche Mengen Vulkanasche in der Luft seien, habe es nicht gegeben. Seit 20.00 Uhr am Freitagabend ist wegen der Aschewolke nach dem Vulkanausbruch in Island der Luftraum über sämtlichen internationalen Flughäfen in Deutschland gesperrt. Zunächst war die Sperrung nur bis 8 Uhr am Samstag geplant gewesen. Am Freitag hatte bis zum Abend nur der Münchner Flughafen geöffnet, die Flughäfen in Stuttgart und Saarbrücken wurden zwischenzeitlich kurz geöffnet, alle anderen hatten den ganzen Tag über den Betrieb eingestellt. Am Abend war dann auch der Luftraum über München gesperrt worden, so dass ab 20.00 Uhr auch dort keine Starts und Landungen mehr möglich waren.
Die Aschewolke aus Island habe sich so weit verdichtet, dass kein Flugbetrieb möglich sei, sagte Ingo Anspach vom Flughafen München. “Es scheint ihr bei uns zu gefallen.“ Die Sprecher der Flughäfen München und Nürnberg berichteten, es sei absolut ruhig in den Abflughallen. “Es ist wie ausgestorben hier“, so Reto Manitz, Flughafensprecher in Nürnberg. Der Flughafen München hatte in der Nacht auf Samstag rund 700 Feldbetten für Gestrandete aufgestellt. Diese seien auch genutzt worden.

Vulkanasche: Passagiere sitzen am Münchner Flughafen fest

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Nach der Verlängerung der Luftraumsperrung über Deutschland bitten die Fluggesellschaften die von Annullierungen betroffene Passagiere, nicht an den Flughäfen zu erscheinen. Zahlreiche Fluggesellschaften und Reiseanbieter haben ihre Flüge bis in den Sonntag hinein annulliert. Betroffene Reisende können ihre Flüge kostenlos stornieren oder auf Flüge bis zum 31. Mai umbuchen.

Hier finden Passagiere Hilfe:

Die deutschen Flughäfen in Deutschland im Überblick

Hotline für Reisende ab Berlin Tegel oder Schönefeld: 0180/ 500 01 86

Hotline von Air Berlin: 00800/ 57378000

Hotline von Lufthansa: 0800/ 8506070

Hotline von Thomas Cook: 06171- 65 65 190

Hotline von TUI: 0511- 5678000

Hotline von DERTOUR, Meier's Weltreisen und ADAC Reisen: 069- 95882770

Die EU-Kommission hatte am Freitag darauf hingewiesen, dass trotz der höheren Gewalt jeder Reisende das Recht habe, das Geld für den ausgefallenen Flug erstattet zu bekommen. Dies gelte ohne Ausnahme für Flüge mit allen europäischen Airlines und für alle Flüge mit anderen Gesellschaften, wenn die ausgefallenen Verbindungen in der Union hätten starten sollen. Für Flüge bis einschließlich Montag, 19. April sind kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen möglich. Die Lufthansa erklärte, dass Passagiere gestrichener Inlandsflüge die Deutsche Bahn nutzen können. Dafür müssen sie entweder ihr elektronisches Ticket an einem Lufthansa-Checkin-Automaten am Flughafen in einen Reisegutschein umwandeln lassen oder sich ein Zug-Ticket bei der Deutschen Bahn AG kaufen und das Lufthansa-Ticket erstatten lassen

Die Bahn setzt zusätzliche Züge ein, um den durch den Vulkanausbruch in Island verhinderten Fluggästen eine Alternative zu bieten. “Was wir an Material haben, wird eingesetzt“, sagte ein Bahnsprecher am Samstag auf DAPD-Nachfrage und fügte hinzu: “Die Devise: Was rollen kann, rollt, gilt weiter.“ Er könne allerdings nicht sagen, wie viel Züge zusätzlich eingesetzt würden. Zudem würden zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt, um die Reisenden zu informieren. Wie viel mehr Geld die Bahn durch das Naturereignis einnimmt, konnte der Sprecher ebenfalls nicht quantifizieren. Er sagte nur: “Natürlich haben wir mehr Reisende, und das führt in der Regel zu mehr Einnahmen.“ Ob das Ereignis aber im Hinblick auf Umsatz und Gewinn im gesamten Geschäftsjahr Einfluss haben werde, könne er derzeit nicht sagen.

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Die deutschen Fluggesellschaften fordern nach dem Ende der Sperrung des Flugverkehrs in Europa eine kurzfristige Aufhebung des Nachtflugverbotes. Die Politik müsse schnell und unbürokratisch helfen, damit die festsitzenden Passagiere an ihr Ziel kommen, teilte der Bundesverband der deutschen Fluggesellschaften (BDF) am Samstag in einer Pressemitteilung mit. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) müsse dafür sorgen, dass die bestehenden Nachtflugbeschränkungen von den Bundesländern für eine Woche aufgehoben werden. Sobald die Deutsche Flugsicherung den Luftraum wieder freigebe, “zählt jede Stunde, die wir fliegen dürfen, auch nachts“, sagte BDF-Geschäftsführer Michael Engel. Zehntausende Passagiere säßen derzeit an deutschen und ausländischen Flughäfen fest. Es sei deshalb wichtig, dass in dieser Notsituation auch nachts geflogen werden könne.

Zehn Maschinen von München nach Frankfurt überführt

Die Lufthansa hat am Samstag trotz der Sperrung des Luftraums zehn leere Langstreckenflugzeuge von München nach Frankfurt überführt. Die Maschinen sollten am richtigen Startflughafen sein, wenn der Luftraum wieder geöffnet werde, sagte Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber. In enger Ansprache mit der Deutschen Flugsicherung seien sie in einer Höhe von circa 3.000 Metern nach Sichtflugregeln geflogen worden. Der normale Flugverkehr findet in einer Flughöhe zwischen 6.000 und 11.000 Metern statt. Weber betonte, dass die Sperrung des Flugraums nur für die hohen Flughöhen gelte, auf niedrigen Höhen dürfe geflogen werden. In dieser Höhe bestehe keine Gefahr durch die Flugasche.

Dennoch seien die zehn Maschinen - fünf Boeing 747 und fünf A 340 - natürlich Ausnahmefälle. Sie hätten eigentlich am Donnerstag und Freitag in Frankfurt landen sollen, seien aber wegen der Sperrung des Frankfurter Flughafens nach München umgeleitet worden. “Sie müssen jetzt am richtigen Startflughafen sein, damit wir nicht unnötig Zeit verlieren, wenn der Flugverkehr wieder losgeht“, sagte Weber.

Zunächst sei eine Testmaschine überführt worden, die danach von einem Techniker auf Schäden durch die Flugasche untersucht worden sei, sagte Weber. Danach seien die anderen neun Maschinen gestartet. Sie sollten im Laufe des Nachmittags alle in Frankfurt landen.

Kaum Besserung in Sicht

Die riesige Vulkan-Aschewolke aus Island hat sich mittlerweile in Richtung Südosten stark ausgedehnt. Die Meteorologen machten Reisenden wenig Hoffnung auf schnelle Besserung. Die vorherrschenden schwachen Windströmungen und die nach wie vor große Menge an Gletschereis an dem ausgebrochenen Vulkan in Island ließen für die kommenden Tage keine großen Veränderungen der Aschewolke erwarten.

dpa /apn

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