Keine Scheu vor Glaubens-Grundfragen

München/Augsburg - Christen sollen sich nach Ansicht des Landeskomitees der Katholiken wieder stärker mit den Grundfragen des Glaubens befassen und keine Scheu haben, darüber zu sprechen.

 „Wir brauchen in einer Zeit der Säkularisierung eine geistige und geistliche Reaktivierung“, sagte der Vorsitzende des Laiengremiums, Albert Schmid, am Donnerstag in München. „Den Grundfragen der christlichen Existenz haben sich Laien genauso zu stellen wie die Amtskirche.“ Bischöfe und Laien müssten aus der Defensive treten. „Wir müssen uns intellektuell sprechfähiger als bisher machen gegenüber der säkularisierten Gesellschaft.“

„Eine Art intellektueller Ermüdung“ in Glaubensfragen

Viele Laien erklärten sich fast befangen, über religiöse Fragen zu sprechen, beklagte Schmid vor Journalisten. „Vielleicht erzielen wir damit aber sogar mehr Wirkung als von Amts wegen“, gab der Vorsitzende des obersten bayerischen Laiengremiums zu bedenken. Nach seiner Überzeugung ist nach dem vor 50 Jahren eröffneten Zweiten Vatikanischen Konzil „eine Art intellektueller Ermüdung“ in Glaubensfragen eingetreten. „Wir müssen aus der Phase der Erschöpfung herauskommen.“

Das Landeskomitee der Katholiken befasst sich auf seiner Frühjahrsvollversammlung am 23. und 24. März in Augsburg mit dem Thema der veränderten Medienwelt als Herausforderung für die Kirche. Dazu gibt es neben Referaten des Intendanten beim Bayerischen Rundfunk (BR), Ulrich Wilhelm, und des Präsidenten der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Siegfried Schneider, eine Podiumsdiskussion. Der Augsburger Weihbischof Anton Losinger spricht zudem über bioethische Grenzen in der Wissenschaft. Losinger ist Mitglied des Deutschen Ethikrates.

Auch die Zukunft des Weltbild-Verlags dürfte Thema sein

Bei der Versammlung dürfte auch die Zukunft des wegen erotischer Titel ins Gerede gekommenen Augsburger Weltbild-Verlages Thema sein. Schmid hält neben dem von der Deutschen Bischofskonferenz beschlossenen Verkauf auch andere Modelle wie eine Stiftung für denkbar. Die Produktpalette müsse aber christlichen Werten entsprechen. Die über 6000 Beschäftigten des kircheneigenen Verlages bangen um ihre Arbeitsplätze. Weltbild zählt zu den größten Buchhändlern Deutschlands und ist unter anderem an Internetfirmen und den Filialen der Buchkette Hugendubel beteiligt.

dpa

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