Ärger nach Orgie mit Fesselwerkzeugen

Nach Sex-Party: Sittenkodex für Kurhaus

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Bad Reichenhall - Sex-Partys mit Lack und Leder sind im altehrwürdigen Kurhaus von Bad Reichenhall künftig tabu.

Was war das für ein Aufschrei, als im vergangenen Sommer an einem lauschigen Abend im denkmalgeschützten Königlichen Kurhaus in Bad Reichenhall eine deftige Lack- und Leder-Party gefeiert wurde! Von einer „Entweihung der Gemäuer“ sprachen Politiker nach der als scheinbar harmlosem Maskenball für Erwachsene angekündigten Veranstaltung, bei dem es aber auch zu Sex-Orgien mit Fesselwerkzeug samt Betten in Séparées gekommen sein soll (tz berichtete).

Solchem Treiben ist nun ein Riegel vorgeschoben: Kurdirektorin Gabriella Squarra stellte am Freitag die neuen Geschäftsbedingungen vor, in denen es eine Art „Niveau-Klausel“ gibt.

Laut Punkt 21 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) besteht künftig bei „extremistischen und sittlich/ethisch anstößigen Veranstaltungen“ ein Sonderkündigungsrecht. Sprich: Das Kuramt kann den Saal umgehend räumen lassen – auch ohne Anhörung des Mieters und ohne gerichtliche Hilfe. „Der Mitarbeiter der Kur-GmbH mit der Betriebsaufsicht hat das Hausrecht“, sagte Gabriella Squarra zur tz. Er wird künftig als eine Art Aufpasser also nicht nur Sicherheits- und Brandschutzbestimmungen überwachen, sondern auch, ob alles moralisch korrekt abläuft.

Das Königliche Kurhaus, in dem das anstößige Treiben stattgefunden hat, ist an rund 200 Tagen im Jahr belegt, davon seinen rund 150 fremd vermietet, wie Gabriella Squarra sagt. Aber es wird nicht nur auf den Veranstaltungen strenger kontrolliert, „wir schauen uns jetzt auch im Vorfeld die Interessenten genauer an“.

Aufgepasst wird künftig auch darauf, dass es zu keiner politischen Agitation kommt – außer es handelt sich von vorneherein um eine angekündigte politische Veranstaltung. Alles was extremistisch ist, ist nun in den AGB untersagt. Spötter lästern nun, dass es in dem beschaulichen Kurort angesichts dieser Verbote noch ruhiger als bisher zugehen wird. Die Kur-GmbH dagegen wird gerne auf weitere Skandale verzichten.

V. Pfau

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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