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100 Millionen Jahre sind die Wattwurm-Spuren alt.

Sensationsfund vor der Befreiungshalle

Kehlheim - Die Befreiungshalle hat große Bedeutung für die Wissenschaft gewonnen: Auf ihren Stufen wurden Spuren von 100 Millionen Jahren alten Wattwürmern entdeckt.

Erstmals sind in Bayern Spuren von urzeitlichen Wattwürmern entdeckt worden. Geologen fanden die Zeugnisse eines 100 Millionen Jahre alten Wattwurms auf den Steinstufen zur Befreiungshalle im niederbayerischen Kelheim. Dies ist für die Experten der Beweis, dass es in der Region einmal ein Meer gegeben hat. „Die Versteinerungen sind eindeutig mit den Spuren heute lebender Wattwürmer vergleichbar“, sagte Roland Eichhorn, Chefgeologe des Landesamtes für Umwelt in Augsburg, am Dienstag. Solche versteinerten Wurmspuren seien noch nie in Bayern entdeckt worden.

Auf den Treppenstufen, die jährlich von tausenden Besuchern benutzt werden, sind die strahlenförmigen Fossilien mit einem Durchmesser von fünf Zentimetern im Grünsandstein zu sehen. Dabei handelt es sich um Fressspuren, wie sie auch der heutige Wattwurm hinterlässt, wenn er sich in den weichen Schlamm nach unten vorarbeitet.

Der Fund sei ein Nachweis dafür, dass es vor 100 Millionen Jahren ein flaches Meer bei Kelheim gab. Damals bedeckte nährstoffreicher Schlick die Region. Als sich die sandigen Meeresablagerungen mit der Zeit verfestigten, wurden sie zu Sandstein. Die Steine aus den Steinbrüchen im Kelheimer Raum wurden zu einem begehrten Baumaterial für Prachtbauten wie die Befreiungshalle, die Residenz in München oder die Steinerne Brücke in Regensburg.

Die monumentale Befreiungshalle ist Mitte des 19. Jahrhunderts im Auftrag des bayerischen Königs Ludwig I. auf einem Hang in der Nähe des Donaudurchbruchs gebaut worden. Die Gedenkstätte soll an den Sieg in den Befreiungskriegen gegen Napoleon 1813 bis 1815 erinnern. In dem vom bayerischen Hofbaumeister Leo von Klenze konzipierten Gebäude stehen 34 Siegesgöttinnen, die mit vergoldeten Schildern an die verschiedenen Schlachten erinnern.

dpa

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