Kelheim ist eine Stadt in Bayern mit vielen historischen Sehenswürdigkeiten
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Kelheim hat eine lange Geschichte, daher zeugen viele Sehenswürdigkeiten von der Vergangenheit

Landkreise und Kreisstädte Bayerns

Kelheim: Kleine Hafenstadt mit großem Potenzial - Wirtschafts- und Tourismusmagnet

Hoch über der Stadt Kelheim ruht die Befreiungshalle auf dem Berg als Andenken an die gewonnenen Schlachten in den Befreiungskriegen gegen Napoleon. Die Stadt selbst liegt im Tal an der Mündung der Altmühl in die Donau.

  • Kelheim ist seit 866 urkundlich bekannt und bis heute auf rund 17.000 Einwohner angewachsen.
  • Die Stadt ist Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises und hat wie viele bayerische Gemeinden eine lange Biertradition.
  • Die Lage von Kelheim zwischen Ingolstadt und Regensburg und die hervorragende Verkehrsanbindung machen Stadt und Landkreis als Standort für die Wirtschaft interessant.

Kelheim – Obwohl die Stadt Kelheim mit knapp 17 000 Einwohnern eher klein ist, ist sie die einwohnerreichste Gemeinde im gleichnamigen Landkreis und stellt für Bewohner der Region das Versorgungszentrum und den Mittelpunkt des Kulturangebots dar. Die Stadt wirbt mit dem Slogan „Leben wo andere Urlaub machen“, denn auch bei Touristen ist die „Stadt im Fluss“ sehr beliebt. In Kelheim stoßen Einwohner und Besucher ständig auf Zeugnisse der Geschichte, sogar ein Raubsaurier wurde hier gefunden.

Doch das malerische Städtchen ist ebenso für die Wirtschaft interessant. Die Industrie profitiert von einem Güter-Binnenhafen sowie dem Anschluss an die Schiene und zwei Autobahnen in der Nähe. Dazu sind die Landeshauptstadt München* und damit der internationale Flughafen leicht zu erreichen.

Kelheim – die frühe Geschichte der Stadt

Ausgrabungen haben gezeigt, dass das Gebiet der Stadt Kelheim bereits von Neandertalern besiedelt war. Auch Grab- und Siedlungsfunde aus der Bronzezeit etwa 2000 v. Chr., Urnengräber von etwa 800 v. Chr. und eine spätkeltische Siedlung wurden gefunden. Dazu kommen Spuren der Römer und der Bajuwaren. Aus der Merowingerzeit stammt „Der Krieger von Kelheim“, dessen Grabstätte vor rund 100 Jahren entdeckt wurde.

Die Geschichte der Stadt begann nachweislich im Jahr 866, als sie in einer Urkunde erwähnt wurde. Die Kelsgaugrafen lebten 879 in der Gemeinde. Im 11. Jahrhundert fiel die Region an die Wittelsbacher. 1181 verlieh Bayernherzog Otto I. Kelheim, das damals noch „Cheleheim“ hieß, die Stadtrechte. Ludwig der Kelheimer, Sohn und Nachfolger Ottos, machte die Stadt zu seiner Residenz, vermutlich wurde er auch dort geboren. 1231 wurde er auf der Kelheimer Brücke ermordet, weshalb die Wittelsbacher die Residenz zur Sicherheit nach Landshut auf die Burg Trautheim verlagerten.

Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar besetzte Kelheim im Dreißigjährigen Krieg. Hier fanden seine Truppen reichlich Nahrungsmittel, um den Angriff auf Regensburg vorzubereiten, und die Stadt verfügte über eine Fähre, die 60 Pferde gleichzeitig über die Donau setzen konnte.

Kelheim – die junge Geschichte der Stadt

Nachdem die Stadt am 26. Juni 1634 zurückerobert wurde, gehört sie fest zu Bayern. 1846 eröffnete der Ludwig-Donau-Main-Kanal, dessen Einfahrt in Kelheim liegt, und belebte den vorhandenen Handelshafen zusätzlich.

Bereits im Jahr 1850 hielt die Industrie Einzug in die Stadt, ein Werksteinbetrieb eröffnete. Ihm folgten 1882 ein Zweigwerk der späteren Zellstofffabrik Waldhof und 1927 die Parkettfabrik AG. In den 1930er-Jahren kamen die Süddeutsche Chemiefaser und die Süd-Chemie AG hinzu.

Einen großen Teil der jungen Geschichte der Stadt prägte die Bayerische Zellstoff GmbH, die 1884 gegründet wurde. Das Traditionsunternehmen baute 1989 eine neue Zellstofffabrik für 530 Millionen DM. Das Organocell-Verfahren sollte die umweltfreundlichste Zellstoffproduktion der Welt sichern. Allerdings kam es in der Anlaufzeit zu mehreren schwerwiegenden Betriebsstörungen, gleichzeitig fielen die Zellstoffpreise massiv. Das Unternehmen meldete 1993 Insolvenz an. Heute befindet sich das Gewerbegelände Donaupark auf dem ehemaligen Betriebsgelände. Um das zu ermöglichen, mussten 66.000 Quadratmeter Boden ausgehoben und erneuert werden, da das Gelände mit verschiedenen Schwermetallen hochbelastet war.

Kelheim – die Lage der Stadt

Die Lage der Stadt Kelheim kennzeichnet der Ausgang des Donaudurchbruchs, kurz hinter der Stelle, an der der Fluss die Fränkische Alb durchstößt. Die Stadt schmiegt sich an den Fuß des Michelsberges, auf dem die weit über die Region hinaus bekannte Befreiungshalle steht. Im Stadtgebiet mündet der Main-Donau-Kanal, in dessen Bett in Kelheim die Altmühl in die Donau fließt, in die Donau. Die nächsten Großstädte sind Ingolstadt und Regensburg, zwischen denen die Stadt Kelheim liegt.

Die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises gliedert sich in die folgenden Gemeindeteile:

  • Arzberg
  • Affecking
  • Goldberg
  • Frauenhäusl
  • Großberghofen
  • Gronsdorf
  • Hermsaal
  • Gundelshausen
  • Kapfelberg
  • Hohenpfahl
  • Kelheimwinzer
  • Kelheim
  • Lindach
  • Klösterl
  • Michelsberg (mit Befreiungshalle)
  • Lohstadt
  • Nierand
  • Mitterfeld
  • Schlait
  • Rosengarten
  • Schultersdorf
  • Schlott
  • Staubing
  • Schwaben
  • Thaldorf
  • Stausacker
  • Weltenburg
  • Unterwendling

Kelheim gehört zum Regierungsbezirk Niederbayern. Aufgrund ihrer Lage wird die Stadt auch „Bayerns Herzstück“ genannt.

Die Kreisstadt des Landkreises Kelheim ist verkehrsgünstig gelegen. Es gibt unter anderem folgende Anbindungen:

  • kurze Wege zu den Hochschulstandorten und Oberzentren Landshut, Regensburg und Ingolstadt
  • Nähe zu den Metropolregionen München und Nürnberg und deren Flughäfen
  • 10 Kilometer zur Autobahn A93 und 25 Kilometer zur A3
  • Anbindung an Bundesstraßen
  • Binnenhafen für die Güterschifffahrt

Kelheim – die Wirtschaft der Stadt

Die Stadt Kelheim ist sehr engagiert, um der Wirtschaft beste Standortbedingungen zu bieten. Mit dem Binnenhafen Kelheim/Saal hält die Stadt auf rund 85 Hektar ideale Bedingungen für die Industrie bereit. Die leistungsfähige Hafeninfrastruktur und eine direkte Anbindung an die Schiene schaffen einen bedeutenden Logistik- und Dienstleistungsknotenpunkt in der Region. Der Anschluss an den Main-Donau-Kanal bindet Kelheim in das Binnenschifffahrtsnetz zwischen der Nordsee und dem Schwarzen Meer ein und schafft weitverzweigte internationale Anbindungen.

Im Gewerbepark Donaupark direkt an der Donau haben sich viele Dienstleistungsunternehmen angesiedelt. Hier entstanden in den letzten Jahren über 700 neue Arbeitsplätze. Weitere Gewerbegebiete sind:

  • Am Kastlacker
  • Rennweg
  • Südchemie
  • Hafen-Saal
  • Am Heidäcker

In diesen Bereichen finden besonders die Industrie und mittelständische Unternehmen ideale Rahmenbedingungen.

Wie stark die Wirtschaft in Kelheim ist, zeigt die Arbeitslosenstatistik von Januar 2021. Die Arbeitslosenquote lag bei nur 3,9 Prozent, obwohl die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie unternehmerischen Aktivitäten ausbremsten.

Zu den bekanntesten Unternehmen in Kelheim gehören:

  • das Weisse Brauhaus Schneider & Sohn (Schneider Weisse)
  • Gimborn, Hersteller von Heimtierbedarf
  • PASOTEC GmbH, Entwicklung von Systemtechnik für die Medizintechnik
  • Kelheim Fibres, Viskosefaserproduzent

Kelheim – Sehenswürdigkeiten

Kelheim hat eine lange Geschichte, daher zeugen viele Sehenswürdigkeiten von der Vergangenheit. Besonders bekannt sind:

  • die Befreiungshalle auf dem Michelsberg
  • der Donaudurchbruch bei Weltenburg mit Kloster, Wipfelsfurt und Klösterl
  • die historische Altstadt mit Teilen der Stadtbefestigung aus dem 13. und 14. Jahrhundert
  • das Wittelsbacher Amtsschloss (errichtet aus den Steinen der ehemaligen Kelheimer Burg)
  • der Schleiferturm (ebenfalls errichtet aus Steinen der geschleiften Kelheimer Burg)
  • das Weisse Brauhaus (ältestes noch stehendes Weißbierbrauhaus in Bayern)
  • der Alte Kanalhafen (Teil des ehemaligen Ludwig-Donau-Main-Kanals mit Schleuse, Hafenbecken, Lagerhalle und Kran)
  • die Ottokapelle (erbaut im 13. Jahrhundert von Otto dem Erlauchten zu Ehren seines getöteten Vaters mit original romanischem Portal)

Weitere Schätze bewundern Einwohner der Stadt und Besucher im Archäologischen Museum, dem Orgelmuseum in der Franziskanerkirche und im historischen Felsenkeller. In Letzterem erfahren Besucher viel über die eintausendjährige Geschichte der Benediktiner und deren Klosterbrauerei.

Kelheim – die Politik

Zum letzten Mal konnten die Einwohner bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 über die Politik der Stadt entscheiden. Sie stimmten wie folgt ab:

  • CSU: 22,5 %, 6 Sitze
  • SPD: 21,77 %, 5 Sitze
  • Grüne: 17,89 %, 4 Sitze
  • Freie Wähler Bayern: 23,0 %, 6 Sitze
  • Stadt-Land-Union: 3,7 % 1 Sitz
  • Kelheimer Mitte: 11,14 %, 3 Sitze

Erster Bürgermeister der Stadt ist seit den Wahlen 2020 Christian Schweiger von der CSU. Er konnte sich in einer Stichwahl gegen seinen Amtsvorgänger Horst Hartmann von der SPD durchsetzen. Bürgermeister und Rat der Stadt Kelheim halten in der Regel einmal im Monat eine Sitzung ab, diese findet meist am letzten Montag des Monats statt. *Merkur.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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