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Die Falle schnappt zu: Dieser Mann war mit gefälschten Geldscheinen unterwegs. Die Beamten stellten die Blüten sicher.

Polizei-Aktion: Mit der Kelle gegen Schmuggler

Raubling - Der Schmuggel von gestohlenen Autos oder Drogen über die Grenze – das ist kein rein bayerisches Problem. Deshalb führte die Polizei am Inntaldreieck  eine Kontrollaktion mit internationalen Kollegen durch.

Die internationale Polizei-Aktion am Donnerstag an der Salzburger Autobahn war ein Erfolg.

Heute haben die Fahnder eine gute Quote: 20 Autos haben die Polizisten am Inntaldreieck an diesem Donnerstagvormittag schon gestoppt – zwei Volltreffer waren dabei. Bastian Küchel, bayerischer Polizeiobermeister, schwenkt an der A 8 (München-Salzburg) seine Kelle und schon zappelt ein Gesetzesbrecher im Netz der Staatsgewalt. 5000 Euro Falschgeld in Hunderter-Scheinen finden die Beamten bei dem Gestoppten, noch am Einsatzort, dem Parkplatz bei Raubling (Kreis Rosenheim), wird der sichtlich nervöse Mann in Handschellen vernommen. Das Auto wird durchsucht. „Jedes Fahrzeug hat typische Schmugglerverstecke“, berichtet Ludwig Waldinger, Pressesprecher des Bayerischen Landeskrimin0alamts. Zudem drohe dem Auto jetzt eine Zerlegung in alle Einzelteile. „Die Schmuggler sind erfinderisch, da müssen wir auf der Höhe bleiben“, so Waldinger. Deshalb hat die Polizei gestern eine länderübergreifende Aktion, zusammen mit Kollegen aus Italien, Spanien, England, Frankreich und Schweden, durchgeführt.

Doch welche Fahrzeuge werden eigentlich kontrolliert? „Hier bauen wir voll auf das Fingerspitzengefühl unserer Kollegen“, verrät Polizeihauptkommissar Christian Schupp. Kollegen wie etwa Bastian Küchel. Der Polizeiobermeister vertraut bei der Suche nach schwarzen Schafen auf seine Routine. Hat er ein Auto entdeckt, das in sein Schema passt, geht alles ganz schnell. Kollegen übernehmen sofort das Fahrzeug und winken es heraus. Die Quote bei der Aktion ist gut. Üblich sind etwa zwei Auffälligkeiten bei 100 Untersuchten.

Auf Lenker und Mitfahrer des Kraftfahrzeugs achten die Einweiser dabei kaum. Schließlich weiß der Besitzer oft gar nicht, dass er in einem gestohlenen Auto unterwegs ist. „Viel entscheidender sind Marke und Alter des Fahrzeugs sowie das Nummernschild“, verrät Küchel. Beliebt seien Autos wie VW Touareg, Porsche Cayenne oder neue Fünfer-BMW, weil die sich gut verkaufen ließen. Aber auch Leihautos sind immer gefährlich, sagt Küchel.

Ein Kenianer ist an diesem Tag der zweite Fang. Er wird mit gefälschtem Führerschein und Ausweis erwischt. Zudem hat der Beifahrer eines Audi einen ausländerrechtlichen Verstoß begangen. Er war illegal nach Deutschland eingereist.

Ein Großteil der Kontrollierten hat allerdings nichts auf dem Kerbholz und reagiert gelassen auf die Aktion. „Ich finde es gut, dass Kontrollen durchgeführt werden“, sagt der gestoppte Niederländer Erik van der Wiel. Er transportiert gerade einen Maserati von Italien in seine Heimat, um ihn dort zu verkaufen – jedoch gesetzestreu. Auch lustige Begegnungen bei der Kontrolle gab es für Polizeiobermeister Küchel schon. So stoppte er etwa Franz Beckenbauer oder Reinhold Messner – allerdings ohne Fahndungserfolg.

Bislang wurde Kfz-Kriminalität, so nennen die Polizisten den Schmuggel von gestohlenen Autos, häufig lokal bekämpft. „Die Kriminalität ist jedoch auch über die Grenzen hinweg tätig“, erklärt Pressesprecher Martin Winkler. Deshalb wurden bei der Kontrollaktion Gäste aus anderen Ländern eingesetzt – so kann jeder von jedem lernen.

Robert Feiner

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