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Kellner rettet Stammgast das Leben

München - Sepp Schardt ist Kellner mit Herz, der nicht nur serviert, sondern sich auch um seine Gäste kümmert. Das hat Montag einem 80-Jährigen aus Regensburg das Leben gerettet.

Kellner Sepp Schardt (43) hatte seinen Stammgast Egon vermisst, der normalerweise fast jeden Tag in den Alten Schlachthof kam und sich im Gastraum in der Ecke niederließ. Doch seit fast einer Woche war der Rentner nicht mehr gekommen. „Ich habe es im Gefühl gehabt, dass irgend etwas nicht stimmt, ich machte mir Sorgen“, erzählt Sepp Schardt. Zunächst ging er zur Wohnung des 80-Jährigen, die gleich um die Ecke im sechsten Stock liegt. Ein paar Mal war er schon hier, immer dann, wenn der Egon etwas vergessen hatte, wie seine Schnupftabak oder etwas zum Tragen.

Sepp klingelte an der Tür, ihm fiel aber auch gleich auf, dass der Briefkasten mit Prospekten verstopft war. „Vielleicht ist er wieder im Krankenhaus“, dachte sich der Kellner und telefonierte sämtliche Kliniken in Regensburg ab. Schließlich war es schon einmal so gewesen, dass Egon nicht mehr auftauchte: Damals war der Senior gestürzt und lag eine Woche auf Station.

Doch diesmal gab es nur Negativmeldungen. Egon – er war verschwunden. Das ließ dem Sepp keine Ruhe. Montagmittag schaute er wieder zur Wohnung, klingelte, sah dort noch mehr Prospekte im Briefkasten und bemerkte zudem einen strengen Geruch. „Ich rief die Polizei. Vielleicht konnte es ja sein, dass in der Wohnung etwas passiert war.“ Die Feuerwehr öffnete die Wohnung, im Badezimmer lag der Rentner. Der 80-Jährige war zusammengebrochen und konnte sich weder bewegen noch konnte er sich bemerkbar machen. Wie sich dann herausstellte, war dies bereits vor Tagen geschehen. Er war so stark geschwächt, dass er kaum ein Wort hervorbrachte. „Den morgigen Tag hätte der Mann nicht überlebt“, sagte der Arzt bei der Untersuchung.

Derzeit wird der Senior in einem Krankenhaus behandelt. Gleichzeitig wurde veranlasst, dass sich künftig ein Betreuer dem 80-Jährigen annehmen soll. Lebensretter Sepp Schardt war am Dienstag schon wieder beim Kellnern. Er könnte schon ein bisserl stolz auf sich sein, was er aber nicht ist. Schließlich habe er ja nur das befolgt, was seine Eltern ihm immer gelehrt hätten. „Alle Menschen zu achten, besonders die älteren.“

Markus Christandl

Rubriklistenbild: © Bodmer

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