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Der Angeklagte

Kinderschänder bleibt in Haft

Kempten - Ein 31-jähriger Kinderschänder bleibt auch nach dem Ende seiner fünfjährigen Gefängnisstrafe in Haft - wegen hoher Wiederholungsgefahr.

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Sicherungsverwahrung für Kinderschänder beantragt

Das Landgericht Kempten ordnete am Dienstag eine nachträgliche Sicherungsverwahrung an. “Die alte Gefahr ist nach wie vor vorhanden und sogar verstärkt“, sagte der Vorsitzende Richter. Wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern war der 31-Jährige 2005 zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Diese ist Anfang März abgelaufen. Bis zur Verhandlung befand er sich in vorläufiger Unterbringung.

Das Gericht stützte seine Entscheidung auf die Ausführungen und “hochgefährlichen Prognosen“ der beiden psychiatrischen Gutachter. “In dieser Verhandlung wurde deutlich, dass selbst dem Angeklagten eine Behandlung lieber ist als eine Entlassung“, sagte der Richter. Der Mann hatte zwischen 2001 und 2004 einen Buben mehrfach schwer sexuell missbraucht. Das Kind, das er mit Geschenken regelmäßig in seine Wohnung gelockt hatte, war zu Beginn der Übergriffe erst neun Jahre alt. Den Sachverständigen gegenüber hatte der Angeklagte Befürchtungen geäußert, in Freiheit rückfällig zu werden.

Zwei Psychiater hatten den Angeklagten in ihren Gutachten als weiterhin gefährlich bezeichnet und die Risiken für einen Rückfall als sehr hoch eingeschätzt. “Es gibt wenig Zweifel daran, dass von ihm eine Gefährlichkeit ausgeht. Mit großer Sicherheit sind weitere erhebliche Straftaten zu befürchten“, sagte einer der Gutachter. Das Denken und Handeln des Täters, der nach Auffassung der Mediziner an einer Persönlichkeitsstörung leidet, sei weiterhin von “tiefgreifender Pädophilie“ geprägt. Zusätzlich habe sich während seines Gefängnisaufenthalts eine “schizophrene Psychose“ entwickelt.

Mitarbeiter verschiedener Haftanstalten hatten als Zeugen vor Gericht erklärt, der 31-Jährige habe sich von den Mithäftlingen ständig bedroht gefühlt. Er soll wiederholt Selbstmordabsichten geäußert und auf eine Verlegung in ein anderes Gefängnis gedrängt haben. “Er hat Angst vor seinen Mitgefangenen. Er ist davon überzeugt, dass sie ihn töten wollen“, sagte auch ein Gutachter. Eine über zwei Jahre dauernde Sozialtherapie für Sexualstraftäter sei beim Angeklagten wegen dieser Wahnvorstellungen gescheitert.

Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die den Beschuldigten weiterhin als gefährlich eingestuft und die nachträgliche Sicherungsverwahrung beantragt hatte. Die Verteidigung hatte gefordert, den Antrag zurückzuweisen.

dpa

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