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Khaled el Masri sitzt nach seinem Freispruch wieder in U-Haft.

Kurz nach seinem Freispruch

El Masri wieder in Untersuchungshaft

Kempten - Kurz nach seinem Freispruch vom Vorwurf der Körperverletzung sitzt der Deutsch-Libanese Khaled el Masri wieder in U-Haft. Dies hat die Staatsanwaltschaft Kempten am Dienstag mitgeteilt.

Sie hatte gegen den Freispruch Berufung und gegen die damit verbundene Aufhebung des Haftbefehls Beschwerde eingelegt. Daraufhin habe das Landgericht Kempten einen neuen Haftbefehl wegen Fluchtgefahr erlassen, teilte die Anklagebehörde mit. El Masri sei deshalb bereits am vergangenen Freitag wieder in Untersuchungshaft genommen worden. Ein Termin für den Berufungsprozess stehe noch nicht fest.

Das Amtsgericht Kempten hatte den 50-Jährigen am Montag vergangener Woche vom Vorwurf der Körperverletzung an einem Vollzugsbeamten freigesprochen. Zugleich wurde er aber wegen Beleidigung und Bedrohung zu 1500 Euro Geldstrafe verurteilt. Ende Juli hatte er im Gefängnis in Kempten einen Justizmitarbeiter beleidigt und gedroht, ihm die Kehle durchzuschneiden.

Bis vor kurzem saß der Deutsch-Libanese in Kempten eine Haftstrafe wegen Körperverletzung ab, danach wurde er bis zum neuen Prozess in Untersuchungshaft genommen. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem neuen Prozess eine Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten gefordert und den 50-Jährigen als gefährlich eingestuft. Selbst el Masris Verteidiger hatte sich für eine fünfmonatige Haftstrafe ausgesprochen.

El Masri war bekanntgeworden, weil er 2004 vom US-Geheimdienst wegen Terrorverdachts nach Afghanistan verschleppt und dort gefoltert worden war. Er gilt seitdem als traumatisiert. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde der sechsfache Familienvater mehrfach straffällig. So hatte er in einem Neu-Ulmer Großmarkt Feuer gelegt und im September 2009 den Oberbürgermeister der schwäbischen Stadt in dessen Dienstzimmer angegriffen und erheblich verletzt. Im Kemptener Gefängnis hatte er vor drei Jahren einen Justizmitarbeiter so heftig geschlagen, dass der Mann fünf Wochen lang dienstunfähig war.

dpa

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