Baby misshandelt: Mutter kommt ins Gefängnis

Traunstein - Ihrem Baby hat sie den Arm gebrochen. Und ein Stück des Ohrs abgebissen. Diese Misshandlungen bleiben für eine Mutter nicht ohne Folgen. Am Donnerstag stand sie vor Gericht.    

Eine junge Mutter muss wegen grausamer Misshandlung ihres Babys ins Gefängnis. Das Landgericht Traunstein verurteilte die 32-Jährige aus Rott a. Inn (Landkreis Rosenheim) am Donnerstag wegen schwerer Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen zu dreieinhalb Jahren Gefängnis.

Die sechste Strafkammer sah es nach nur eintägiger Verhandlung als erwiesen an, dass die Frau den Säugling über Monate massiv schlug. Nach dem Urteilsspruch brach die Angeklagte schreiend zusammen.

Die Qualen begannen für den kleinen Buben etwa neun Monate nach der Geburt. Im Herbst 2009 versetzte die Mutter ihrem Sohn einen derart heftigen Schlag gegen das linke Schlüsselbein, dass die zarten Babyknochen sofort brachen. Nur wenige Wochen später brach sie dem Kleinen den linken Oberarm, wie die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage darstellte. Einmal biss sie dem Buben einen Teil des linken Ohrs ab, ein andermal in die Nase und in die linke Ferse. Die Narbe an dem Ohr wird lebenslang zu sehen sein, wie der Staatsanwalt betonte.

 Bevor die brutalen Misshandlungen im Krankenhaus entdeckt wurden, brach die von ihrem Ehemann getrennt lebende Frau dem Baby auch noch den linken Ellenbogen. Der mittlerweile zweieinhalbjährige Bub lebt in einer Pflegefamilie. Vor Gericht sagte die Mutter aus, sie habe sich alleingelassen gefühlt und sei mit der Erziehung des Kindes überfordert gewesen. Dem widersprach ausdrücklich die Schwester der Angeklagten. Sie habe der jungen Mutter mehrfach Hilfe angeboten, sei aber damit auf taube Ohren gestoßen. Die Zeugin schilderte ihre ältere Schwester als eine Frau “mit einem Aggressionsproblem“. Sie sei schon als Kind mehrfach von ihr gebissen worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer viereinhalb Jahre Haft gefordert, die Verteidigung eine Bewährungsstrafe als ausreichend angesehen.

lby

Rubriklistenbild: © dpa

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