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Ein Judo-Trainer vom Judo-Club Passau soll über Jahre hinweg Kinder missbraucht haben

Kindesmissbrauch: Judotrainer vor Gericht

Passau - Wegen Kindesmissbrauchs in mehr als 200 Fällen muss sich ein Judotrainer am 7. Januar vor dem Passauer Landgericht verantworten.

Der einschlägig vorbestrafte 38-Jährige soll sich an den von ihm trainierten Kindern regelmäßig nach dem Sport in den Duschen vergangen haben. Zudem soll er auch die Kinder von Familien aus seinem privaten Bekanntenkreis missbraucht haben. Der Mann wurde bereits 2008 wegen Kindesmissbrauchs in drei Fällen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, berichtete das Gericht am Montag. Wegen der neuen Vorwürfe sitzt der Trainer seit acht Monaten in Untersuchungshaft.

Da die Richter ein umfangreiches Geständnis erwarten, wurde für das Verfahren zunächst nur ein Verhandlungstag angesetzt. Im Ermittlungsverfahren habe der Mann alle Vorwürfe zugegeben. Details der Anklage gab das Landgericht nicht bekannt, um die Opfer zu schützen. Da es sich um Kinder handelt, ist die Jugendkammer des Gerichts für den Fall zuständig.

Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft geht es um Übergriffe auf ein Mädchen und mehrere Buben. Zur Tatzeit sollen die Kinder zwischen 9 und 15 Jahre alt gewesen sein. Insgesamt sind rund 130 Übergriffe beim Judo-Training und fast 100 weitere im privaten Umfeld des 38-Jährigen angeklagt. Die Fälle sollen sich über einen Zeitraum von etwa 15 Jahren erstrecken.

Nach Einschätzung des Verteidigers des Trainers leidet der Informatiker unter einer nicht heilbaren Pädophilie. Der Mann müsse eine Langzeittherapie machen, um künftige Übergriffe auf Kinder zu vermeiden, meinte Rechtsanwalt Christian Baumgartner. “Sollte diese Therapie scheitern, wird wohl zum Schutz der Allgemeinheit nur mehr Sicherungsverwahrung das letzte Mittel sein.“

dpa

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