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Kalinka starb mit 14 Jahren. Es folgte ein jahrzehntelanges Justizdrama.

Dreharbeiten in Lindau

"Fall Kalinka" wird verfilmt

Lindau -  Jahrelang hat der Tod der 14-jährigen Kalinka die deutsche und die französische Justiz beschäftigt. Jetzt gibt es einen Film über den mysteriösen Kriminalfall.

Vor 32 Jahren ist die 14-jährige Kalinka unter mysteriösen Umständen in Lindau am Bodensee ums Leben gekommen. Es begann ein deutsch-französischer Justizkrimi, der über drei Jahrzehnte andauerte. Jetzt wird die Geschichte verfilmt.

Nach dem Tod von Kalinka war sich ihr leiblicher Vater André Bamberski aus Frankreich sicher, dass Dieter Krombach, der Stiefvater des Mädchens, dafür verantwortlich ist. Weil in Deutschland aber die Ermittlungen gegen Krombach eingestellt wurden, wendete sich Bamberski an die französischen Behörden. Die dortige Justiz verurteilte Krombach zu 15 Jahren Haft. Frankreich stellte einen internationalen Haftbefehl aus, Deutschland verweigerte aber die Auslieferung. Im Oktober 2009 wurde Dieter Krombach verletzt und gefesselt in der Nähe eines Gerichtsgebäudes in Mulhouse in Frankreich gefunden.

Bamberski hatte ihn entführt, im Juni 2014 bekam er dafür eine einjährige Bewährungsstrafe. Auch der Prozess um Dieter Krombach wurde nochmals aufgerollt: Er wurde wird im Oktober erneut zu 15 Jahren Gefängnis wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. Richter und Geschworene sahen es als erwiesen an, dass der Mediziner die 14-Jährige 1982 in seinem Haus in Lindau sexuell missbrauchen wollte und ihr ein Beruhigungsmittel sowie eine tödliche Spritze verabreichte.Das Urteil hatte durch die verschiedenen Berufungsinstanzen Bestand. Im April 2014 verurteilte das französische Kassationsgericht in Paris den Stiefvater endgültig.

Verfilmung der Geschichte

32 Jahre nach Kalinkas Tod: Es ist kühl in Lindau. Dichter Nebel liegt über den Gassen der Altstadt. Vor einer Arztpraxis streiten zwei Männer und eine Frau lautstark - in französischer Sprache. „Qu„est ce que tu lui as fait?“ will der ältere der Männer im grauen Trenchcoat von seinem Gegenüber, einem Arzt, wissen: Was hast du ihr getan?  „Merci. Danke schön“, hallt plötzlich die Stimme des Aufnahmeleiters durch die Gasse. Das Schlagen der Kirchturmuhr hat die Szene gestört. Deshalb müssen die Schauspieler ihren Dialog unterbrechen.

In Lindau wird am Freitag den Kinofilm "Bamberski - der Fall Kalinka", der Kalinkas Geschichte erzählt, gedreht.

Dass der Film eine wahre Geschichte erzählt, die zudem am Drehort Lindau ihren Anfang nahm, ist für die Schauspieler eine besondere Situation. „Es ist sehr bewegend, sehr emotional“, sagt Sebastian Koch. Der Deutsche („Das Leben der Anderen“) spielt Kalinkas Stiefvater, der in Lindau als Arzt tätig war. In die Rolle des leiblichen Vaters André Bamberski schlüpft der französische Schauspieler Daniel Auteuil. Er habe den Fall Kalinka nicht gekannt, bevor er das Drehbuch zu lesen bekam, sagt Koch. Seine erste Reaktion sei gewesen: „Man will sofort Partei ergreifen.“

Dreharbeiten in verschiedenen Ländern

„Es wird kein reißerischer Thriller und auch kein Dokudrama, sondern ein spannender und unterhaltsamer Kinofilm, der auf einer realen Geschichte basiert“, sagte der Produzent Philipp Kreuzer am Rande der Dreharbeiten. Er betont, das der Film keine Schwarz-Weiß-Malerei werden soll: „In dem Fall gibt es viele offene Fragen. Und die Betroffenen leben alle noch. Es ist deshalb nicht Ziel des Films, über den einen oder anderen zu urteilen“, sagt er.

Weitere Drehorte sind  in Marokko, in den Pyrenäen und in Paris finden Dreharbeiten statt. In der zweiten Hälfte 2015 soll der Film in die Kinos kommen.

dpa, cla

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