Neues Projekt

Kirche kämpft gegen Fachkräftemangel in der Pflege

Bamberg - Immer mehr alte Menschen, immer weniger Pflegepersonal - es gibt viele Ideen, wie man diese größer werdende Lücke schließen kann. Das Erzbistum Bamberg und die Caritas haben nun ein Projekt vorgestellt.

Die katholische Kirche schaltet sich beim Thema Personalmangel in der Pflegebranche ein. Das Erzbistum Bamberg finanziert aus Kirchensteuermitteln neue Ausbildungsplätze in der Pflege. Hintergrund ist, wie ein Sprecher des Caritas-Verbande der Erzdiözese erläuterte, dass Stellen für Azubis meist nur in Alten- und Pflegeheimen angeboten werden. Ambulante Pflegedienste dagegen könnten die Ausbildungskosten nicht refinanzieren und würden deshalb häufig nicht ausbilden.

Zugleich fehlen in Bayern Ausbildungsplätze, wie ein Gutachten des bayerischen Pflegeministeriums zeigt. 71 Prozent der ausbildenden Betriebe seien stationäre Einrichtungen.

Daher zahlt das Erzbistum Bamberg aus Kirchensteuermitteln die Hälfte der Bruttopersonalkosten für neue Ausbildungsplätze bei ambulanten Pflegediensten. Für das Projekt wurde eine halbe Million Euro bewilligt. 16 junge Menschen haben im Rahmen dieser Initiative inzwischen eine Ausbildung in der Pflege begonnen.

Seit Jahren klagen Sozialverbände und Träger von Alten- und Pflegeheimen über einen großen Personalmangel in der Pflegebranche. Das Interesse am Altenpflegeberuf sei zu gering, sagte Pflegeministerin Melanie Huml (CSU). Das von ihrem Ministerium in Auftrag gegebene Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass in den kommenden Jahren im Freistaat Ausbildungsplätze in der Pflege fehlen werden.

Deshalb brachte das Ministerium bereits im vergangenen Herbst eine Ausbildungsumlage ins Spiel - Einrichtungen, die keine Azubis aufnehmen, müssten dann eine Abgabe zahlen, um auszubildende Häuser zu unterstützen. „Unklar ist jedoch, ob eine Umlage alleine den Mangel an Auszubildenden beheben könnte. Denn bereits jetzt bleiben viele Ausbildungsplätze unbesetzt“, erläuterte Huml. Deshalb sei es auch dringend notwendig, den Beruf attraktiver für junge Menschen zu machen. Durch eine Kampagne in Bayern mit dem Titel „Herzwerker“ sei die Zahl der Auszubildenden in den vergangenen Jahren bereits gesteigert worden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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