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Zwei Geistliche wurden nach Missbrauchsvorwürfen aus dem Dienst entfernt

Kirche verurteilt zwei Geistliche wegen Missbrauchs

Münchberg - Ein Pfarrer und ein ehemaliger Oberkirchenrat sollen Mitte der 80er und in den 60er Jahren Konfirmandinnen missbraucht haben. Jetzt wurden sie aus ihren Ämtern enthoben.

Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern hat die Disziplinarkammer der evangelischen Landeskirche in Bayern zwei Geistliche aus dem Kirchendienst entfernt. Betroffen sind nach Angaben des Landeskirchenamtes vom Mittwoch ein 55-jähriger Pfarrer aus der Nähe von Münchberg (Landkreis Hof) und ein ehemaliger Oberkirchenrat, der heute im Dekanat Hof wohnt. Beide sollen Mitte der 80er beziehungsweise in den 60er Jahren jeweils zwei Konfirmandinnen missbraucht haben.

Der mittlerweile 87 Jahre alte Oberkirchenrat habe sich später auch sexuelle Übergriffe auf zwei erwachsene Frauen zuschulden kommen lassen, teilte das Landeskirchenamt mit. Der 55-Jährige wurde seines Amtes enthoben und in den Ruhestand versetzt. Die Vorwürfe gegen den Vater von sechs Kindern waren durch einen anonymen Brief an das Dekanat Münchberg im Frühjahr 2010 bekanntgeworden. Der Pfarrer war daraufhin vom Dienst suspendiert worden. Er hat ein umfassendes schriftliches Geständnis abgelegt. Die Übergriffe auf zwei 13 und 14 Jahre alte Mädchen sollen sich zwischen 1983 und 1985 ereignet haben.

Die Vorwürfe des Missbrauchs von Minderjährigen gegen den seit langem pensionierten Oberkirchenrat datieren aus den Jahren 1964 und 1965. Die Disziplinarkammer entschied, den 87-Jährigen aus dem kirchlichen Dienstverhältnis zu entfernen. Er verliert damit den Angaben zufolge alle Rechte aus seiner Ordination sowie seine kompletten kirchlichen Versorgungsansprüche. Strafrechtlich sind die Vorwürfe bereits seit 1999 beziehungsweise seit 1979 verjährt. Die Staatsanwaltschaft in Hof hat deshalb die Ermittlungen gegen die beiden Geistlichen eingestellt. Gegen die Urteile der Disziplinarkammer können die Betroffenen Berufung einlegen.

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