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Immerhin ein Fluss zur Abkühlung: Kitzingen brach am Wochenende den Temperaturrekord. 40,3 Grad meldete die Messstation am Main am Sonntagnachmittag.

Hitzerekord lässt Rathaustelefon glühen

Kitzingen: Das ist Deutschlands heißeste Stadt

Kitzingen – Heiß, heißer, Kitzingen: Die Kleinstadt in Mainfranken toppte am Sonntag mit 40,3 Grad alle Temperaturrekorde.

Und diese liegen bereits Jahre zurück: 2003 knackten Freiburg und Karlsruhe die 40,2 Grad-Marke, die schon an einem Julitag 1983 in Gärmersdorf (Landkreis Amberg-Sulzbach) gemessen wurden.

Am Montag schrillte deshalb im Kitzinger Rathaus pausenlos das Telefon des Oberbürgermeisters. Siegfried Müller hatte wegen des Temperaturrekords zig Interviewanfragen.

Die Erklärung für die brütende Hitze hat Dr. Robert Sausen: Die niedrige Lage von 200 Metern beschert der Stadt generell höhere Temperaturen, sagt Sausen, der das Institut für Physik der Atmosphäre am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen (Kreis Starnberg) leitet. Außerdem können die Hänge des Maintals nur wenig Schatten spenden, weil sie nicht so steil sind. Diese Bedingungen machen Kitzingen auch zu einer bekannten Weinbau-Region.

„Das war Urlaubsfeeling pur“, beschreibt Oberbürgermeister Müller die Wochenend-Stimmung in Kitzingen. Seine Devise lautete am Sonntag: Möglichst wenig bewegen, die Wasserflasche in Reichweite und Sport meiden. Zum Beispiel fiel der Kitzinger Krankenhauslauf, der traditionell am ersten Sonntag im Juli stattfindet, der Hitze zum Opfer. Die schwüle Luft und der glühend heiße Teer wären zu risikoreich für die Läufer gewesen: „Das sind ja alles Hobbysportler“, sagt Müller. Einen Besucherrekord verzeichnete dagegen das Freibad auf der Mondseeinsel, das mitten im Main liegt.

Die Region um Kitzingen sei bekannt dafür, immer wieder Spitzentemperaturen zu erreichen, sagt Müller. Solange es nur bei einigen Tagen bleibe, sei das in Ordnung. Auf Dauer könne die Region solche Topwerte aber kaum vertragen. Müller glaubt, dass einige Landwirte dann „die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würden“.

Oberhalb des Mains steht die Flachland-Messstation, die um exakt 15.40 Uhr die rekordbrechenden 40,3 Grad aufzeichnete. Die Messung geschieht dort aus zwei Metern Höhe, „da ist wahrscheinlich eine Warmluftblase vorbeimarschiert“, erklärt Volker Wünsche. Diese Luftbewegung könnte laut dem Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst in München durch den erhitzten Erdboden aufgestiegen sein. Der hatte am Sonntag 46 Grad. Die Temperaturspitze sei aber nur sehr kurz aufgetreten.

Dass Kitzingen in den nächsten Tagen einen weiteren Hitzerekord bricht, glaubt Wünsche nicht. In Franken erwartet er für den heutigen Dienstag „nur“ rund 33 Grad. Die Hitzewelle der vergangenen Tage bezeichnet er als „selten, aber nicht ungewöhnlich“. Spannend bleibt, wo der nächste Hitzerekord auftritt.

Julia Mähler

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